Würzburg Polizei-Azubi erschießt Mit-Auszubildenden - wohl versehentlich

In Würzburg ist ein Polizei-Azubi von einem anderen Polizeianwärter angeschossen worden und kurz darauf gestorben. Ermittler gehen davon aus, dass sich der Schuss versehentlich löste.


Ein Polizei-Azubi hat in Würzburg offenbar versehentlich einen Mit-Auszubildenden erschossen. Der junge Polizeianwärter wurde angeschossen und erlag kurz danach im Krankenhaus seinen Verletzungen. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Ersten Erkenntnissen zufolge löste der junge Bereitschaftspolizist den Schuss am Donnerstagabend versehentlich aus. Er hielt sich mit seinem Kollegen kurz vor Antritt des abendlichen Wachdiensts in einem Zimmer der zugehörigen Unterkunft des Polizeipräsidiums auf.

Beide Auszubildenden sind laut Polizei um die 20 Jahre alt - ein genaues Alter wollte die Polizeinicht nennen. Die Staatsanwaltschaft übernahm gemeinsam mit dem Landeskriminalamt die Ermittlungen. Ermittelt wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann vermutet, dass der Todesfall auf eine falsch entladene Dienstwaffe zurückzuführen ist. Die genaue Ursache sei zwar noch nicht aufgeklärt, aber vermutlich habe ein Polizeischüler beim Entladen eine Kugel im Lauf der Waffe vergessen und nur das Magazin entnommen, sagte der CSU-Politiker bei der Begrüßung neuer Polizisten in München. "Das war wahrscheinlich die Ursache."

Laut Polizeihauptkommissar Michael Zimmer soll der Jüngere der beiden unbeabsichtigt den Schuss abgegeben haben. Ein anderer Polizist hörte den Schuss und eilte in den Raum, wo er die beiden Azubis fand - den einen lebensgefährlich verletzt, den anderen unter Schock:

In der Unterkunft sind insgesamt einige hundert Polizisten untergebracht. Neben Polizeianwärtern wohnen dort auch Beamte, die schon länger im Dienst der Bereitschaftspolizei sind. Für die Angehörigen und Kollegen der beiden Polizeianwärter wurde eine Betreuung organisiert.

ulz/dpa



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