Wuppertal Mord an Hanaa S. - Angehörige zu Freiheitsstrafen verurteilt

Sie sollen Hanaa S. getötet haben, um die "Familienehre" wiederherzustellen. Jetzt müssen vier Angehörige der sechsfachen Mutter ins Gefängnis.

Ein Angeklagter im Landgericht in Wuppertal (Archiv)
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Ein Angeklagter im Landgericht in Wuppertal (Archiv)


Der Fall war oft als Mord ohne Leiche bezeichnet worden: Das Landgericht Wuppertal hat vier Angehörige von der getöteten sechsfachen Mutter Hanaa S. zu langen Haftstrafen verurteilt.

Der älteste Sohn und ein Schwager der Frau aus Solingen wurden nun wegen Mordes verurteilt. Der 26-jährige Schwager des Opfers erhielt als Haupttäter eine lebenslange Haftstrafe, der 20-jährige Sohn eine Jugendstrafe von neun Jahren und sechs Monaten. Außerdem müssen der Ehemann und ein weiterer Schwager wegen Beihilfe zum Mord jeweils für zehn Jahren und sechs Monate ins Gefängnis. Die mitangeklagte Schwester des Ehemanns wurde freigesprochen.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Angeklagten aus der irakischen Familie vorgeworfen, die Frau getötet zu haben, um die "Familienehre" wiederherzustellen. Hanaa S. hatte sich von ihrem Mann getrennt und eine eigene Wohnung bezogen.

Die 35-Jährige war im Frühjahr 2015 verschwunden. Erst nach dem Hinweis des 26-jährigen Schwagers der Frau während des Gerichtsprozesses wurde die in Baden-Württemberg in einem Wald vergrabene Leiche entdeckt.

bbr/dpa

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