Verfahrensende in Wuppertal Notorische Schwarzfahrerin "Oma Gertrud" ist tot

22-mal wurde sie beim Schwarzfahren erwischt, dafür sollte sie ins Gefängnis. Nun ist die als "Oma Gertrud" bundesweit bekannt gewordene Rentnerin aus Wuppertal tot.

"Oma Gertrud" vor Gericht (Archiv): Mit ihrem Tod endet auch das Verfahren gegen sie
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"Oma Gertrud" vor Gericht (Archiv): Mit ihrem Tod endet auch das Verfahren gegen sie


Wuppertal - Die als notorische Schwarzfahrerin bundesweit bekannt gewordene "Oma Gertrud" aus Wuppertal ist tot. Das teilte eine Sprecherin des Wuppertaler Amtsgerichts am Montag mit.

Ein Richter hatte die 87 Jahre alte Wiederholungstäterin im vergangenen Jahr nach neun Tagen Untersuchungshaft auf freien Fuß gesetzt. Das Strafverfahren wurde später unterbrochen, um die Verhandlungs- und Schuldfähigkeit der Seniorin zu klären. Mit dem Tod der alten Dame sei es nun beendet, teilte das Gericht mit. In dem Verfahren ging es um 22 Fälle sogenannter Beförderungserschleichung.

"Oma Gertruds" Fall hatte bundesweit eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst - und eine Diskussion über den Sinn von Gefängnisstrafen in Fällen wie ihrem: Die 87-Jährige hatte ihre Geldstrafe nicht zahlen können. Zahlreiche Bürger hatten sich gemeldet, um sie "freizukaufen" und ihr die Haft zu ersparen.

Keinem der beteiligten Beamten sei die Festnahme der alten Dame leicht gefallen, hatte ein Sprecher der Bundespolizei berichtet - und damit auf den Fall aufmerksam gemacht. Ein Amtsrichter hatte später ebenfalls bemerkt, dass er den Haftbefehl "schweren Herzens" erlassen habe.

sun/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 20 Beiträge
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wermoe 14.07.2014
1. Alt geworden und nutzlos ?
Wie eine Gesellschaft ihre Alten und Kranken behandelt, sagt mehr über diese Gesellschaft aus, als alle Sonntagsreden unserer Politiker !
singpat 14.07.2014
2. Ach Gottchen
Zitat von wermoeWie eine Gesellschaft ihre Alten und Kranken behandelt, sagt mehr über diese Gesellschaft aus, als alle Sonntagsreden unserer Politiker !
Auch Rentner geniessen (noch) keine Narrenfreiheit. Mich wundert allerdings, dass jemand in dem Alter ueberhaupt noch haftfaehig ist.
jautaealis 14.07.2014
3. Man muss auch einmal ...
... auf die Anwendung von Verordnungen und Gesetzen verzichten können! Außerdem bräuchte Deutschland dringendst ein umfassend ausgebautes Begnadigungswesen...
tottitottus 14.07.2014
4. Es ist traurig!!!
Ich will keine Neiddebatte auslösen aber dieses ganze System ist zum kotzen. Da haben viele alte Leute ein Leben lang gearbeitet und die Rente reicht vorne und hinten nicht. Ich nehme mal den öffentlichen Nahverkehr in Passau. Das Monatsticket der Stadtwerke Kosten einer Grundsicherungsrentnerin 38,50 Euro im Monat, als Jahresabonnement kostet das Ticket 10 Monate 38,50 Euro und 2 Monate 10,-- Euro pro Monat. Ein Studententicket kostet für ein ganzes Semester 10,-- Euro sprich 20,-- Euro im Jahr für den gesamten SWP Nahverkehr. Wenn ich mir jetzt aber überlege das Bafög und GruSi für alte Leute fast gleich hoch sind merkt man am System Passau was das System für die schwächsten der Gesellschaft übrig hat.
Aase 14.07.2014
5. Peter Hartz
Zitat von jautaealis... auf die Anwendung von Verordnungen und Gesetzen verzichten können! Außerdem bräuchte Deutschland dringendst ein umfassend ausgebautes Begnadigungswesen...
Dem Aushöhler des Sozialstaates und Menschen-an-den-Rand-des-Ruins-Bringer wurde alle Gnade der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit zuteil. Und VW hats auch nicht geschadet. Die Falschen erhalten bereits jetzt Gnade (vor Recht).
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