Yagmur-Prozess Mutter fühlte sich laut Zeugin vom Jugendamt "gestalkt"

Eine Mitarbeiterin des Hamburger Jugendnotdienstes hat im Prozess um den Tod der dreijährigen Yagmur aus Hamburg ausgesagt. Demnach fühlte sich die Mutter des Mädchens vom Jugendamt belästigt.

Verhandlung vor dem Hamburger Landgericht: Mitarbeiterin des Jugendnotdienstes belastet Mutter der getöteten Yagmur
DPA

Verhandlung vor dem Hamburger Landgericht: Mitarbeiterin des Jugendnotdienstes belastet Mutter der getöteten Yagmur


Hamburg - Vor dem Landgericht Hamburg ist der Prozess gegen die Eltern der getöteten dreijährigen Yagmur fortgesetzt worden. Die Mutter des Mädchens soll sich vom Jugendamt belästigt und "gestalkt" gefühlt haben. Das sagte eine Mitarbeiterin des Kinder- und Jugendnotdienstes aus, die als Zeugin geladen war.

Das Jugendamt habe ihr und einer Kollegin den Auftrag erteilt, an einem Wochenende im September 2013 nach dem Mädchen zu sehen. Es war zuvor mehrere Tage nicht im Kindergarten erschienen. Als die Zeugin die Eltern schließlich nach mehreren vergeblichen Versuchen zu Hause angetroffen habe, sei die Mutter sehr aufgebracht über den Besuch gewesen, erklärte die 57-Jährige am ersten Verhandlungstermin nach vier Wochen Sommerpause.

Die dreijährige Yagmur war kurz vor Weihnachten 2013 in der Obhut ihrer Eltern an inneren Blutungen gestorben. Die 27 Jahre alte Mutter steht wegen Mordes vor Gericht. Sie soll ihre Tochter aus Hass zu Tode misshandelt haben. Der ein Jahr jüngere Vater muss sich verantworten, weil er das Mädchen nicht geschützt haben soll. Yagmur war seit ihrer Geburt von den Behörden betreut worden, die wegen Versäumnissen in der Kritik stehen.

gud/dpa

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