Verdacht auf Steuerhinterziehung: YouPorn-Chef nach Deutschland ausgeliefert

Die deutschen Ermittler werfen Fabian Thylmann Steuerhinterziehung vor, der in Belgien festgenommene Pornounternehmer bestreitet die Anschuldigungen. Nun wurde der 34-Jährige nach Deutschland ausgeliefert.

Sexfilmchen-Portal YouPorn (Screenshot): Spezialisiert auf pornografische Web-Angebote Zur Großansicht
youporn.com

Sexfilmchen-Portal YouPorn (Screenshot): Spezialisiert auf pornografische Web-Angebote

Köln - Pornounternehmer Fabian Thylmann ist von Belgien an die deutsche Justiz überstellt worden. Der 34-Jährige sei einem Richter vorgeführt worden und bleibe nun erst einmal in Untersuchungshaft, teilte ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft mit.

Thylmann war vergangene Woche an seinem Wohnsitz in Belgien aufgrund eines Auslieferungshaftbefehls des Amtsgerichts Köln festgenommen worden. Seitdem saß er in Auslieferungshaft. Die Ermittler werfen dem Unternehmer, der im Internet zahlreiche Pornoseiten betreibt, Steuerhinterziehung vor.

Thylmann bestreitet die Anschuldigungen. Er gilt als einer der erfolgreichsten Anbieter von Pornografie im Internet, ihm werden unter anderem die Seiten YouPorn, Brazzers und MyDirtyHobby zugerechnet.

wit/dpa/AFP

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Daten und Fakten zur Steuerhinterziehung
Wie viel Steuern hinterziehen die Deutschen?
Steuerhinterziehung ist laut Deutscher Steuergewerkschaft zum Volkssport geworden. Auf 30 Milliarden Euro schätzt die Organisation das Volumen der jährlichen Steuerhinterziehung in Deutschland.
Was ist Steuerhinterziehung?
Steuern hinterzieht, wer gegenüber den Finanzbehörden keine, falsche oder unvollständige Angaben macht und dadurch Steuern verkürzt oder Steuervorteile erlangt. Daneben beschreibt das Gesetz besonders schwere Fälle der Steuerhinterziehung, für die ein besonders hoher Strafrahmen zur Verfügung steht. Das ist etwa der Fall, wenn jemand eine Stellung als Amtsträger ausnutzt oder als Mitglied einer Bande Umsatzsteuern hinterzieht.
Wann macht man sich strafbar?
Ein Bürger macht sich strafbar, wenn er selbst Steuern hinterzieht oder sich an der Tathandlung eines anderen beteiligt. In diesem Fall spricht man von Mittäterschaft, Anstiftung oder Beihilfe. Auch der Versuch einer Hinterziehung ist strafbar.
Müssen Steuersünder ins Gefängnis?
Steuerhinterzieher müssen nicht zwangsläufig ins Gefängnis. Gesetzlich wird Steuerhinterziehung mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bedroht. In besonders schweren Fällen kann die Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahre betragen. Welche Strafe im Einzelfall ausgesprochen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, maßgeblich jedoch von der Höhe des hinterzogenen Betrages. Aber auch Beweggründe und Ziele des Täters, sein Vorleben oder das Verhalten nach der Tat kommen in Bertacht - etwa ein Bemühen, den Schaden wiedergutzumachen.
Wie vermeidet man eine Bestrafung?
Wer unrichtige oder unvollständige Angaben beim Finanzamt berichtigt oder ergänzt oder unterlassene Angaben nachholt, bleibt insoweit straffrei. Man spricht in diesem Rahmen von einer "Selbstanzeige". Dabei gilt aber, dass eine Selbstanzeige dann wirkungslos ist, wenn sie in einer Phase erstattet wird, in der sich das Entdeckungsrisiko bereits konkretisiert hat, also beispielsweise, wenn dem Steuerpflichtigen die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens bereits bekanntgegeben wurde oder die Betriebsprüfung oder Steuerfahndung bei ihm erscheint.
Wie funktioniert eine Selbstanzeige?
Eine bestimmte Form der Selbstanzeige ist nicht vorgeschrieben. Es empfiehlt sich, den Rat eines Experten, zum Beispiel eines Steuerberaters, hinzuzuziehen, da viele Details zu beachten sind.
Verjährt das Delikt?
Die Verjährungsfrist beträgt grundsätzlich nach den allgemeinen strafrechtlichen Vorschriften fünf Jahre. In einem besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung sind es zehn Jahre. Die strafrechtliche Verjährungsfrist beginnt, wenn die Tat beendet ist. Davon unabhängig ist die steuerliche Verjährungsfrist. Diese beträgt zehn Jahre. Das heißt, dass die Finanzbehörden hinterzogene Steuern auch noch nach zehn Jahren einfordern können.