Zeitungsbericht Oscar Pistorius will Opferfamilie Schadensersatz zahlen

Der südafrikanische Sprintstar Oscar Pistorius will der Familie seiner getöteten Freundin offenbar Schadensersatz zahlen. Das berichtet eine südafrikanische Zeitung. Sie vermutet, der Leichtathlet wolle auf diese Weise eine Zivilklage umgehen.

REUTERS

Pretoria - Oscar Pistorius will sich offenbar mit der Familie seiner getöteten Freundin außergerichtlich auf die Zahlung von Schadensersatz einigen. Wie die südafrikanische Zeitung "The Times" berichtet, sollen die Anwälte beider Seiten über die Höhe der Summe verhandeln. Der 26-jährige Prothesensprinter hatte das Model Reeva Steenkamp in der Nacht zum Valentinstag durch eine geschlossene Badezimmertür erschossen.

Während die Staatsanwaltschaft von Mord ausgeht, beteuert Pistorius, er habe Einbrecher im Haus vermutet und deshalb geschossen. Neben dem Strafprozess, der im März 2014 beginnt, wollen Steenkamps Eltern per Zivilklage Schadensersatz fordern. Barry und June Steenkamp sagten, sie seien finanziell auf die Unterstützung ihrer prominenten Tochter angewiesen gewesen.

Steenkamps Eltern hatten zuletzt Zweifel an Pistorius' Darstellung des Tatablaufs geäußert. Nachdem sie lange geschwiegen hatten, berichteten sie von heftigen Streitereien des Paars, das zum Zeitpunkt des tödlichen Vorfalls fünf Monate liiert war.

Einzelheiten der angeblichen Verhandlungen wurden bisher nicht bekannt. Die Zeitung berichtet aber von einer möglichen Zahlung in Höhe von drei Millionen Rand (220.000 Euro). Dem Blatt zufolge hofft Pistorius offenbar, auf diese Weise eine Zivilklage abzuwenden und die finanziellen Fragen noch vor Beginn des Mordverfahrens gelöst zu haben. Kenny Oldwage, Anwalt des Paralympic-Stars, bestätigte der "Times" lediglich, dass es Gespräche gebe.

Der Sportler war am Montag erneut vor Gericht in Pretoria erschienen. Dabei übergab die Staatsanwaltschaft die Anklageliste offiziell an das Gericht und die Verteidigung. 107 Zeugen wurden geladen, die gegen Pistorius aussagen sollen. Sollte er schuldig gesprochen werden, droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.

rls/dpa/sid

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insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
stoffziege 20.08.2013
1.
für die sinnlose Auslöschung eines hoffnungsfrohen jungen Menschenlebens. In meinen Ohren hört sich das pervers an. Wieviel soll das sein? Und warum? Damit er sich besser fühlen kann? Den Eltern dürfte das egal sein; ihre Tochter bleibt tot.
Maja227 20.08.2013
2. Wer lesen kann ...
... ist klar im Vorteil! Im Artikel heißt es doch ganz klar: "Neben dem Strafprozess, der im März 2014 beginnt, wollen Steenkamps Eltern per Zivilklage Schadensersatz fordern. Barry und June Steenkamp sagten, sie seien finanziell auf die Unterstützung ihrer prominenten Tochter angewiesen gewesen." Soviel zum Thema "Warum" und "Den Eltern dürfte das egal sein;". Wer ist denn nun "pervers"?
jetzt:hördochauf 20.08.2013
3. ich verstehe nicht, wieso der nicht längst verurteilt ist...
und einsitzt. Das ist ja kein Prozess wegen Ladendiebstahl oder Schwarzfahren...
andros0813 20.08.2013
4. toll
Wenn es eine rechnerische Seite der Geschichte gibt, dann sind 220000€ ein schlechter Witz. Herr O.P. taktiert mit lächerlichen Summen. Die Printmedien würden ein vielfaches für eine Exclusivestory der Fam. Steenkamp zahlen. Und Geldangebote machen O.P. nicht glaubwürdiger.
jomouse 20.08.2013
5. @jetzthördochauf
Sie leben augenscheinlich nicht in South Africa. Diese Zeitspanne ist eigentlich recht flott für hier. Warten sie nur bis Akten "verloren" gehen
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