Zerstückelte Leiche Ermittler konzentrieren sich auf Chats in Kannibalen-Forum

Im Fall der zerstückelten Leiche von Reichenau ist ein Kannibalen-Forum im Internet in den Fokus der Ermittler gerückt. Die Polizei untersucht die Kommunikation des mutmaßlichen Mörders mit seinem Opfer. Zudem wird die Suche nach weiteren Leichenteilen fortgesetzt.

Pension in Reichenau: Suche nach weiteren Leichenteilen
DPA

Pension in Reichenau: Suche nach weiteren Leichenteilen


Dresden - Der Fall der zerstückelten Leiche von Reichenau beschäftigt weiter die Ermittler. Die Polizei konzentriert sich inzwischen auf die Kommunikation des mutmaßlichen Mörders und des Opfers in einem Kannibalen-Forum im Internet.

Mithilfe sichergestellter Computer solle geklärt werden, ob der 55-jährige Hauptkommissar Detlev G. Kontakt zu weiteren Personen in der Szene hatte, sagte ein Polizeisprecher in Dresden. Bis auf einen 31-Jährigen, der bereits von Beamten der Sonderkommission "Pension" befragt wurde, gebe es aber noch keine Hinweise auf weitere Kontakte.

Auch die Suche nach weiteren Leichenteilen auf dem Gelände im Erzgebirge werde fortgesetzt. Was und wie viel bislang gefunden wurde, wollte der Polizeisprecher nicht sagen. Die Ermittler hätten zwar ein "Bauchgefühl", einen genauen Überblick erhoffe man sich aber von einer gerichtsmedizinischen Analyse, die noch in dieser Woche erwartet werde.

G. hatte gestanden, Anfang November einen 59 Jahre alten Geschäftsmann aus Hannover in seiner Pension getötet und die Leiche in Einzelteilen vergraben zu haben. Er bestreitet allerdings sexuelle oder kannibalistische Motive.

Spekulationen um Kannibalismus als Motiv waren aufgetaucht, weil die Männer sich auf einer entsprechenden Internet-Plattform kennengelernt hatten. Außerdem gaben mehrere Bekannte des Getöteten bei der Polizei an, dass dieser nach eigenen Aussagen schon seit seiner Jugend die Phantasie gehegt habe, sich von einem Menschen töten und verspeisen zu lassen.

wit/dpa



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