Zerstückelte Leiche Sächsischer Kriminalbeamter wegen Mordes angeklagt

Im Fall der zerstückelten Leiche von Reichenau hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen Kriminalbeamten erhoben. Der Tod eines Hannoveraner Geschäftsmanns hatte bundesweit Aufsehen erregt. Tagelang suchten Ermittler nach Teilen des Toten auf dem Grundstück ihres Kollegen.

Pension in Reichenau: Teile der zerstückelten Leiche im Garten entdeckt
DPA

Pension in Reichenau: Teile der zerstückelten Leiche im Garten entdeckt


Dresden - Er saß bereits in Untersuchungshaft, jetzt hat die Staatsanwaltschaft Dresden Anklage gegen einen Kriminalbeamten erhoben. Sie wirft dem Mann im Fall der zerstückelten Leiche von Reichenau Mord und Störung der Totenruhe vor, wie Sprecher Lorenz Haase sagte. Auch das Landgericht bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Dresdner Morgenpost". Der Prozess sei noch nicht terminiert, teilte Gerichtssprecher Ralf Högner mit.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der verhaftete Beamte des Landeskriminalamts einen Geschäftsmann aus Hannover am 4. November 2013 in seiner Pension im Gimmlitztal getötet hat. Anschließend habe er die Leiche des 59-Jährigen zerstückelt und in seinem Garten vergraben, so der Vorwurf. Laut dem rechtsmedizinischen Gutachten, das erst nach Monaten vorlag, wurde das Opfer erdrosselt.

"Wir gehen von vorsätzlicher Tötung aus und nicht von Suizid", sagte Oberstaatsanwalt Haase. Die Anklage unterstellt mit dem Mordmerkmal "Befriedigung des Geschlechtstriebs" sexuelle Motive - und dass der Beschuldigte eine Leiche zerstückeln wollte. Dagegen gibt es laut Haase keine Hinweise auf Kannibalismus, auch wenn die Leiche nicht ganz vollständig ist. Entsprechende Spekulationen waren aufgetaucht, weil Opfer und Täter sich auf einer einschlägigen Internet-Plattform kennengelernt hatten.

Nach seiner Festnahme Ende November 2013 hatte der verdächtige Kriminalhauptkommissar zugegeben, seinen Gast auf dessen eigenen Wunsch getötet zu haben. Im Januar widerrief der Schriftsachverständige dann Teile des Geständnisses, sein Anwalt legte Haftbeschwerde ein und legte ein von seinem Mandanten gedrehtes Video als Beweis für eine Selbsttötung vor. An dieser Auffassung hält der Anwalt auch nach Abweisung der Anträge und der Anklage fest.

wit/dpa



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