Neuer Ermittlungsansatz zum "Zodiac Killer" Die DNA eines Serienmörders

Seit Jahrzehnten stellt der Fall des "Zodiac Killers" die US-Polizei vor Rätsel. Der Durchbruch im Fall eines anderen Serienmörders liefert ihnen eine Blaupause für weitere Ermittlungen. Doch es gibt ein Problem.

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Die Hoffnung der Ermittler stützt sich auf zwei jahrzehntealte Briefe. Genauer gesagt auf die Briefmarken und die Klebestreifen. Darauf, so hoffen sie, könnte sich der entscheidende Hinweis zur Aufklärung einer der rätselhaftesten Mordserien der US-Geschichte verbergen: der Taten des "Zodiac Killers". Wenn der Täter beim Ablecken der Briefmarken oder der Klebestreifen DNA hinterlassen haben sollte, könnte das der Schlüssel sein, ihn zu finden.

Dem "Zodiac Killer" werden fünf Morde im Norden Kaliforniens aus den Jahren 1968 und 1969 zugeschrieben:

  • Am 20. Dezember 1968 erschoss er eine Schülerin und einen Schüler nahe dem Ort Vallejo.
  • Am 4. Juli 1969 schoss er auf zwei Personen in einem Park in Vallejo. Eines der Opfer überlebte.
  • Am 27. September 1969 griff er ein junges Paar im Bezirk Napa an. Die Frau erlag ihren Stichwunden, der Mann überlebte.
  • Am 11. Oktober 1969 erschoss er einen Taxifahrer in San Francisco.

Die beiden Überlebenden beschrieben den Täter, die Polizei erstellte ein Phantombild.

Phantombild aus dem Jahr 1969
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Phantombild aus dem Jahr 1969

Immer wieder behaupteten Personen, der "Zodiac-Killer" zu sein oder seine Identität zu kennen. Die Polizei schenkte den Schilderungen keinen Glauben. Der Fall wurde auch berühmt, weil der Täter Briefe an die Polizei und Zeitungen schickte, in denen er die Ermittler verhöhnte und sich mit weiteren Morden brüstete - insgesamt mehr als 35 Taten.

In den Schreiben bezeichnete er sich als Zodiac (zu deutsch "Tierkreis") und verwendete entsprechende astrologische Symbole und Codezeichen. 2007 erschien zudem der Film "Zodiac - Die Spur des Killers" mit Jake Gyllenhaal und Robert Downey Jr. Der Streifen weckte das Interesse vieler Hobby-Ermittler, die den Code des Killers knacken wollten.

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"Zodiac Killer": Ein Serienmörder wie ein Phantom

Die Polizei in Vallejo leitet die Ermittlungen, weil in dem Ort die ersten beiden Morde geschahen. Mehrere Gegenstände - ein Seil, mit dem ein Opfer gefesselt wurde, sowie die Briefe - waren in der Vergangenheit bereits auf DNA-Spuren untersucht worden. Bislang wurden die Ermittler nicht fündig. Sie hoffen nun, dass Fortschritte in der Analysetechnik das ändern könnten. Die Ergebnisse der jüngsten DNA-Analyse werden in Kürze erwartet.

Der Durchbruch im Fall eines anderen Serienmörders stärkt die Zuversicht der Ermittler. Vor wenigen Tagen wurde Joseph DeAngelo festgenommen. Er soll als "Golden State Killer" in den Siebziger- und Achtzigerjahren mindestens zwölf Morde und mehr als 45 Vergewaltigungen verübt haben (mehr zu dem Fall lesen Sie hier).

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Verbrechensserie in Kalifornien: Auf der Spur des "Golden State Killers"

Laut Staatsanwaltschaft stützte sich die Suche nach dem "Golden State Killer" auf Plattformen für Ahnenforschung. Demnach wurden DNA-Spuren von einem der Tatorte mit genetischen Informationen in Stammbaum-Datenbanken verschiedener Onlineportale verglichen. Aus dem Abgleich der Informationen ließ sich ein Stammbaum rekonstruieren, der schließlich zu DeAngelo führte.

Mit einer brauchbaren DNA-Spur des "Zodiac Killers" könnten Ermittler in seinem Fall einen ähnlichen Weg gehen. "Wenn wir ein gutes DNA-Profil bekommen, können wir alles zurückverfolgen", sagte Ermittler Terry Poyser der Zeitung "Sacramento Bee". "Es hängt alles von der DNA ab. Ohne sie haben wir nichts. Der Fall ist 50 Jahre alt."

Vallejos Bürgermeister Bob Sampayan, ein ehemaliger Mordermittler, sagte, die Beweismittel würden alle paar Jahre routinemäßig untersucht. Es sei Zufall, dass dies nun beim "Zodiac Killer" kurz nach der Festnahme des mutmaßlichen "Golden State Killers" geschehe. Sampayan gibt sich zu den Aussichten der DNA-Analyse optimistisch: "Es wird der Tag kommen, an dem wir einen Treffer haben."

ulz/AP



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