Zoff mit Partnervermittlung Den Traumprinzen gibt's auch nicht für 150.000 Dollar

Die frühere Managerin des Shopping-Kanals QVC zahlte viel Geld an eine Partneragentur - und bekam es mit Aufschneidern, Betrügern und Jammerlappen zu tun. Sie reichte Klage ein.

Darlene Daggett (Archiv)
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Darlene Daggett (Archiv)


Bei der Partnersuche setzen auch Vertreter der Oberklasse auf professionelle Vermittler. Doch selbst für einen Beitrag von 150.000 Dollar ist es nicht so einfach, "Mr Right" zu finden. Die ehemalige Managerin des Shoppingkanals QVC, Darlene Daggett, hat wegen der ungeeigneten Kandidatenauswahl ihre Partneragentur Kelleher International verklagt. Das berichtet der "Philadelphia Inquirer".

Ein Mann soll ihr etwas von Interpol-Aufträgen erzählt und dann eine Weltreise mit seiner Ex gemacht haben, ein anderer habe sie gestalkt, und ein weiterer habe sich als notorischer Frauenheld entpuppt. Die Männer waren für die 62-Jährige ein Desaster.

Die geschiedene Daggett, Mutter von vier Kindern, suchte nach einem Partner, mit dem sie ihren Ruhestand verbringen wollte. Weil sie sich aus Bedacht auf ihre Privatsphäre nicht bei einer herkömmlichen Partnerbörse im Internet anmelden wollte, beauftragte sie die Vermittlungsagentur Kelleher International. Das Unternehmen wirbt damit, weltweit exklusive Klienten zu vermitteln und verlangt dafür Preise zwischen 25.000 und 150.000 Dollar.

Frauenhelden und Lügner

Daggett wählte das "CEO Level" für 150.000 Dollar und erwartete dafür passende Vorschläge. Stattdessen habe Kelleher ihr Männer vermittelt, die "verheiratet waren, mental instabil, psychisch krank, pathologische Lügner, notorische Frauenhelden, Stalker, verurteilte Verbrecher, Männer die nicht willig oder fähig waren zu reisen und, oder Berufsbeschränkungen unterlagen". So steht es in der Klage, die Daggetts Anwalt vor einem Bundesgericht in Philadelphia vorlegte.

Ein Kandidat reiste mit Daggett nach Panama und Costa Rica. Der australische Unternehmer habe der Pensionärin erzählt, dass er für Interpol arbeite. Kurz nachdem sie geplant hatten, sich in Pennsylvania wiederzutreffen, habe er angerufen und gesagt, er müsse abtauchen. Später habe sie erfahren, so Daggett, dass der Mann mit seiner Ex eine Weltreise veranstaltete - zwei Tage nach ihrer Rückkehr aus Panama.

Angeblicher Witwer entpuppt sich als Betrüger

Ein angeblicher Witwer aus Virginia habe während ihres ersten Essensdates an einem kalten Februartag geweint. An einem solchen Tag sei seine Frau gestorben, habe er gesagt. Später habe Daggett eine Voicemail von der angeblich Verstorbenen bekommen. Als sie den Kontakt abbrechen wollte, habe der Mann sie gestalkt, heißt es weiter. Einige Monate später sei er wegen Bankbetrugs verurteilt worden.

Nach den teilweise traumatischen Erlebnissen brachte Daggett die Agentur schließlich in Philadelphia vor Gericht, berichtet der "Inquirer" weiter. Innerhalb weniger Stunden habe die Agentur, die von der ehemaligen "Baywatch"- und "Melrose Place"-Darstellerin Amber Kelleher-Andrews geleitet wird, einen Vergleich mit Daggett geschlossen.

Über die Details haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Man habe sich freundschaftlich geeinigt, sagte Daggetts Anwalt dem Magazin "People". Daggett "wünscht Kelleher International das Beste", sagte er.

Für Daggett bleibt die Erkenntnis, dass man sich auch für 150.000 Dollar keinen Traumprinzen kaufen kann.

brt



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