Todestag von Mundlos und Böhnhardt Zschäpe meldet sich in NSU-Prozess krank

Beate Zschäpe sieht sich am dritten Todestag von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt nicht in der Lage, vor Gericht zu erscheinen. Die Verhandlung wurde abgesagt. Ein wichtiger Zeuge, V-Mann "Piatto", soll nun zu einem späteren Zeitpunkt aussagen.

Angeklagte Zschäpe (Archiv): Vor dem Transport von der JVA Stadelheim zum Gericht krank gemeldet
DPA

Angeklagte Zschäpe (Archiv): Vor dem Transport von der JVA Stadelheim zum Gericht krank gemeldet


München - Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess hat sich am dritten Jahrestag des Auffliegens des "Nationalsozialistischen Untergrunds" krank gemeldet. Die Verhandlung vor dem Oberlandesgericht (OLG) München wurde daraufhin abgesagt. Als Zeuge war der V-Mann "Piatto" geladen, der über Interna des Führungszirkels der Szene aussagen sollte.

Zschäpe habe sich vor dem Transport von der JVA Stadelheim zum Gericht krank gemeldet, teilte Verteidiger Wolfgang Stahl mit. Sie sei gar nicht erst zum OLG-Gebäude in der Münchner Innenstadt gebracht worden. Eine Gerichtssprecherin kündigte über Lautsprecher im Verhandlungssaal zunächst eine Verzögerung bis zum Vorliegen eines ärztlichen Attestes an. Wenige Minuten später gab sie bekannt, der Verhandlungstermin sei abgesagt. Über die Art von Zschäpes Erkrankung war nichts zu erfahren.

Exakt vor drei Jahren, am 4. November 2011, war das NSU-Trio aufgeflogen. Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt waren nach einem Überfall auf eine Sparkasse in Eisenach in ihrem geliehenen Wohnmobil entdeckt worden und hatten sich selbst getötet. Zschäpe war mehrere Tage auf der Flucht, bis sie sich in Jena der Polizei stellte.

Der als Zeuge geladene frühere V-Mann Carsten S. alias "Piatto" gehörte zum Führungszirkel des "Blood & Honour"-Netzwerks in Chemnitz. Mitglieder dieser Gruppe hatten das Trio nach seinem Abtauchen versteckt und unterstützt. "Piattos" Aussage war mit Spannung erwartet worden. Er lebt seit seinem Auffliegen vor 14 Jahren unter neuem Namen im Zeugenschutz. Seine neue Identität und sein Wohnort sind geheim. "Piatto" soll jetzt zu einem späteren Termin vernommen werden.

Am Mittwoch soll der Prozess nach Angaben des Gerichts planmäßig weitergehen. Thema wird erneut die Mordwaffe vom Typ Ceska sein. Als Zeugen sind ein Schweizer Richter und ein Ermittler des Bundeskriminalamtes geladen.

wit/dpa

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