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Trotz Misstrauensbekundung: Zschäpe muss ihre Verteidiger behalten

Sie wollte ihre Anwälte loswerden - doch daraus wird nichts. Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe wird weiter von ihren Verteidigern vertreten. Das hat das Oberlandesgericht München nach SPIEGEL-Informationen entschieden.

Beate Zschäpe (M.), Anwälte: Die Bestellung der Pflichtverteidiger wird aufrechterhalten Zur Großansicht
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Beate Zschäpe (M.), Anwälte: Die Bestellung der Pflichtverteidiger wird aufrechterhalten

München - Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, wird weiter von ihren Rechtsanwälten Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm vertreten werden. Wie der SPIEGEL aus Justizkreisen erfuhr, sah der zuständige 6. Strafsenat des Münchner Oberlandesgerichts nach einer mehrtägigen Prüfung keinen Anlass, die Bestellung der drei Pflichtverteidiger aufzuheben.

Am vergangenen Mittwoch hatte Zschäpe dem Vorsitzenden Richter Manfred Götzl überraschend mitteilen lassen, dass sie das Vertrauen in ihre Anwälte verloren habe. Eine vom Senat geforderte schriftliche Begründung Zschäpes ging am Freitag bei Gericht ein, enthielt dem Vernehmen nach aber keine detaillierten Vorwürfe, die auf ein nachhaltig zerrüttetes Vertrauensverhältnis zwischen Zschäpe und ihrem Verteidiger-Team schließen ließen.

Der Senat forderte daraufhin Zschäpes Anwälte sowie die Bundesanwaltschaft auf, Stellung zur Verteidiger-Kritik der Angeklagten zu nehmen. Nach Prüfung der entsprechenden Dokumente entschied der Senat jetzt, dass die Bestellung von Heer, Stahl und Sturm als Pflichtverteidiger aufrechterhalten wird.

Der Prozess soll am Dienstag um 13 Uhr fortgesetzt werden.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 9 Beiträge
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1. Nicht
schoggi 21.07.2014
mehr als richtig so!!! Hatten die Opfer auch eine Wahl??? Ich denke eher nicht !!!
2.
compiler 21.07.2014
Zitat von schoggimehr als richtig so!!! Hatten die Opfer auch eine Wahl??? Ich denke eher nicht !!!
Sie scheinen mir ein sehr gestörtes Verständnis vom Rechtsstaat zu haben.
3. Leider, Leider...
mabo08 21.07.2014
muß ich nun mit der Angeklagten mitfühlen. Man braucht keinen Verteidiger wenn man diesen nicht entlassen kann. Und schon gar nicht wenn die "Gegenpartei / Schiedsrichter" dies zu entscheiden haben. Ein Schauprozess wäre schneller und billiger, bzw ehrlicher gewesen.
4. Einfache Wahrheit?
kolombo 21.07.2014
Ganz so einfach ist die Sache ja nicht, schoggi. Der Aufklärung hätte es wohl mehr gedient, wenn sie anders beraten worden wäre. Aber das Gericht macht natürlich auch keinen Formfehler, von wegen Revision.
5. Falsch.
Student172 21.07.2014
Zitat von schoggimehr als richtig so!!! Hatten die Opfer auch eine Wahl??? Ich denke eher nicht !!!
Falsche Antwort. Der Rechtstaat muss sich an genau solche Extremfällen messen lassen und dem oder der Angeklagten die gleichen Mittel wie allen anderen einräumen - unabhängig davon, ob die freie Wahl der Anwälte einem gefällt, oder nicht. Allerdings bestätigt es mich in meinem Vorurteil über Neonazisten, dass Frau Zschäpe offensichtlich nicht in der Lage war, ihre Entscheidung überzeugend zu begründen. Wie man aus diversen Berichten herausliest war diese wohl sowohl zu kurz als auch zu inhaltsleer.
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