Zschäpes Auftritt vor Gericht "Das sind alles Projektionen der Berichterstatter"

Einen Tag nach Beginn des NSU-Prozesses hat sich die Anwältin von Beate Zschäpe zu Berichten über das Auftreten ihre Mandantin geäußert. Diese beruhten auf reinen Spekulationen, sagte Anja Sturm.


Berlin - Die Verteidigerin von Beate Zschäpe hat Kritik am Auftreten ihrer Mandantin zum Auftakt des NSU-Prozesses zurückgewiesen. Zschäpe befinde sich in einer außergewöhnlichen Situation, in der Menschen überhaupt nicht vorhersehbar handeln könnten, sagte Rechtsanwältin Anja Sturm in einem N24-Interview. "Uns war von Anfang klar, dass ihr Verhalten, jede Regung wie unter einer Lupe seziert werden würde."

Die Beurteilungen von Zschäpes Verhalten vor Gericht, "von gelöst-freundlich bis genervt, von eiskalt bis arrogant", seien Projektionen der Berichterstatter - und damit reine Spekulationen.

Zschäpe ist unter anderem wegen der Mittäterschaft bei den zehn NSU-Morden angeklagt. Sie wird von Sturm sowie den Anwälten Wolfgang Stahl und Wolfgang Heer vertreten. Der Prozess wurde am ersten Tag unterbrochen, nachdem Zschäpes Verteidiger einen Befangenheitsantrag gegen Richter Manfred Götzl gestellt hatten.

Damit habe man jedoch keineswegs den Prozess verzögern wollen, sagte Sturm. Ihre Mandantin habe ein großes Interesse daran, dass die Verhandlung voranschreite. "Sie möchte auch endlich, dass bestimmte Sachen klargestellt werden." Doch auch die kommenden Prozesstage würden sich wegen weiterer Anträge zäh gestalten, sagte Sturm. Die Frage, ob Zschäpe zu den Vorwürfen schweigen wird, beantworteten sie mit ja.

Am 14. Mai soll die Verhandlung in München fortgesetzt werden. Neben Zschäpe müssen sich vier mutmaßliche Helfer des NSU verantworten.

aar/dpa

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