Zürich Verletzte Brasilianerin gibt Polizei Rätsel auf

Sie wurde mit Schnittverletzungen in der Nähe eines Zürcher Bahnhofs gefunden: Eine 26-Jährige gibt der schweizerischen Polizei Rätsel auf. Brasilianische Medien suggerieren, Paula Oliveira sei Opfer eines Nazi-Überfalls geworden - die Ermittler schließen nicht aus, dass sie sich selbst verletzte.


Zürich - Die Polizei in Zürich ermittelt im Fall einer jungen Brasilianerin, die nach eigenen Angaben infolge eines brutalen Überfalls von drei Männern eine Fehlgeburt erlitt. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, wurde sie am Montagabend zum Bahnhof Zürich-Stettbach gerufen und fand dort die 26-Jährige mit Schnittwunden in Form von Buchstaben an verschiedenen Stellen ihres Körpers.

Verletzte Paula Oliveira: Opfer eines angeblichen Skinhead-Überfalls
AFP

Verletzte Paula Oliveira: Opfer eines angeblichen Skinhead-Überfalls

Die Umstände, die zu diesen Verletzungen geführt hätten, seien unklar. Die Polizei ermittle in alle Richtungen und suche Zeugen.

In Brasilien schlug der Fall hohe Wellen. Die Zeitung "Globo" sprach von einem rassistischen Angriff und veröffentlichte in ihrer Online-Ausgabe ein Foto, wonach die Täter der Frau die Initialen der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei, SVP, ins Bein ritzten.

Der Vater des Opfers sagte der Zeitung, seine Tochter, eine Firmenanwältin, sei von schwarzgekleideten Skinheads angegriffen worden, von denen einer ein Hakenkreuz-Tatoo am Kopf gehabt habe.

Die Zeitung "Folha de São Paulo" berichtet, die 26-jährige Anwältin habe mit ihrer Mutter in Brasilien auf portugiesisch telefoniert und damit offenbar die Aufmerksamkeit der drei Rechtsradikalen auf sich gezogen.

han/AFP/dpa



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