Zugemauerte S-Bahn-Tür "Das ist kein Dummer-Jungen-Streich"

In Hamburg haben Unbekannte die Tür einer S-Bahn zugemauert. Jetzt hat die Polizei Vermummte auf einem Überwachungsvideo entdeckt - und vor einer Verharmlosung der Tat gewarnt.

Bundespolizei

Die Täter kamen am helllichten Tag - und sie waren vermummt. Nachdem Unbekannte am Dienstag die Tür einer Hamburger S-Bahn zugemauert hatten, teilte die Bundespolizei jetzt erste Ergebnisse ihrer Ermittlungen mit.

Demnach ergab eine vorläufige Auswertung mehrerer Überwachungskameras, dass sich mindestens drei Täter am Dienstagvormittag der S-Bahn im Betriebsbahnhof Barmbek näherten. Während einer eine Kamera übersprühte, errichteten die anderen mit sogenannten Ytong-Steinen eine passgenaue Wand. Dabei benutzten sie Betonkleber und Bauschaum. Wie lange die Tat dauerte, wollte der Polizeisprecher nicht sagen.

Auswertung der Videos dauert mehrere Tage

Die S-Bahn der Linie 11 stand am Dienstag von acht Uhr bis 15.10 Uhr im Betriebsbahnhof. Danach fuhr sie ein Triebfahrzeugführer Richtung Altona. Er bemerkte den Vorfall erst im Bahnhof Sternschanze, wo der Zug aus dem Verkehr gezogen wurde. Nach Angaben der S-Bahn-Gesellschaft beträgt der Schaden mehrere Zehntausend Euro.

"Die Täter sind sehr professionell und organisiert vorgegangen", sagte der Polizeisprecher. Die 17 Steine waren auf den Eingangsbereich zugeschnitten und professionell aufeinandergestapelt. Die Polizei fand auf dem Gelände später die zurückgelassene Spraydose. Zu weiteren Spuren gab es keine Angaben.

Witzig sei die Aktion überhaupt nicht, betonte der Sprecher. "Das ist kein Dummer-Jungen-Streich, sondern eine Straftat." Die Auswertung der Videos dürfte noch mehrere Tage in Anspruch nehmen.

sms



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 333 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Dr.W.Drews 30.04.2015
1. Straftat
Also eine Polizeibehörde die ihre Ressourcen damit verschwendet eine solche Witztat unter Abzug von Kräften bei relevanten Straftaten zu verfolgen führt längst ein Eigenleben. Hier wollen Ermittler ihre gekränkte Ehre verteidigen.
Corinna 30.04.2015
2. Gelungene Aktion
Und jetzt seitens der Betreiber laut mimimimi zu weinen wird der Situation nicht so ganz gerecht. Ich frage mich nämlich was jetzt abginge wenn sich da Täter ganz anderen Kalibers daran gemacht hätten in dem Wagen ein paar Bomben zu verstecken und dann beim Halt in einem belebten Bahnhof fernzuzünden. Das ist doch ein Versagen sämtlicher Sicherheitsvorkehrungen wenn es Leuten unbemerkt(!!) gelingt eine Tür so einfach fachgerecht zuzumauern. Da gehören die für die Sicherheit Verantwortlichen mal intensiv befragt ob sie ihre Aufgabe noch ernst nehmen. Was nutzt denn die Videoüberwachung wenn die Bänder erst dann gesichtet werden wenn schon alles gelaufen ist? So Geräte wie Bewegungsmelder sind auch schon sehr lange erfunden, was war damit?
panorax 30.04.2015
3. Ob das witzig ist, entscheiden in der Regel andere!
Maibäume zu klauen oder Autos auf Dächer amerikanischer Unis zu stellen ist auch Sachbeschädigung. Trotzdem finden es viele lustig. Aber von Verkehrsbetrieben darf man wohl keinen Humor erwarten.
fslila 30.04.2015
4. Top Streich
Doch es ist witzig! Und wo soll durch ein wenig Bauschaum ein Schaden von 10.000den € entstanden sein. ?
pandur1234567@yahoo.com 30.04.2015
5.
doch es ist witzig. Aber nur wenns einmal passiert.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.