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13. Juli 2016, 20:24 Uhr

Opfer im Koma

Zwei Prügel-Attacken erschüttern München

Am Wochenende sind in München zwei Männer auf offener Straße angegriffen worden. Eines der Opfer liegt im Wachkoma. In beiden Fällen sind die Täter unbekannt.

In München hat es am Wochenende zwei brutale Übergriffe gegeben, bei denen zwei Männer schwer verletzt wurden. Ein Opfer liegt im Wachkoma. Von den Tätern fehlt in beiden Fällen bisher jede Spur.

Die erste Tat ereignete sich am Freitagabend gegen viertel vor elf im Stadtteil Freimann. Ein 39-jähriger Lagerist soll dazwischen gegangen sein, als eine Gruppe Jugendlicher mehrere Asylbewerber angepöbelt haben soll.

Der 39-Jährige konnte die Situation offenbar zunächst beruhigen. Doch dann soll ihm einer der Jugendlichen die Aktentasche entrissen haben. Der Mann nahm die Verfolgung auf und wurde in einem Hinterhof von der Gruppe mit einer Holzlatte niedergeschlagen, wie die Polizei mitteilte. Die Täter sollen zwischen 17 und 20 Jahre alt sein.

Anwohnerin hört Schreie

Am Boden liegend erlitt das Opfer demnach zahlreiche Fußtritte gegen den Kopf und verlor das Bewusstsein. Die vier bis fünf Jugendlichen flüchteten. "Von denen weiß man nichts", sagte ein Polizeisprecher. Eine Anwohnerin hatte Schreie gehört und die Polizei informiert.

Die Asylbewerber sind unbekannt. "Direkt in der Nähe des Tatortes ist eine Asylbewerberunterkunft mit mehreren hundert Asylbewerbern", sagte der Polizeisprecher. Die Ermittlungen gestalteten sich aufgrund der Sprachbarrieren und der Vielzahl der Bewohner schwierig.

Ihre Informationen über die Tat hat die Polizei von dem Opfer. Der Mann habe die ersten von mehreren Operationen hinter sich. Zeitweise drohte ihm der Verlust seines Augenlichts, zudem erlitt er mehrere Knochenbrüche im Gesicht.

Das Opfer des zweiten Angriffs liegt im Wachkoma. Eine vierköpfige Verfolgergruppe hatten den 37-Jährigen aus bisher unbekannten Gründen in der Nähe des Hauptbahnhofs eingeholt, eine Person hatte ihn mit einem Faustschlag ins Gesicht niedergestreckt.

Der 37-Jährige schlug mit dem Hinterkopf auf, es kam zu Einblutungen im Gehirn. Der Tod konnte nur durch eine Notoperation abgewendet werden. Doch Hirnschäden werden bleiben. Der etwa 20 bis 30 Jahre alte Haupttäter und die drei anderen Verfolger sind flüchtig.

sms/dpa

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