Urteil in Zwickau Angeklagter erhält lebenslang für Sexualmord aus DDR-Zeit

Vor rund 30 Jahren wurde in Sachsen eine 18-Jährige vergewaltigt und ermordet. Dafür hat ein Gericht einen 62-Jährigen zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Richterspruch erfolgte nach DDR-Recht.

Der Angeklagte neben seinem Rechtsanwalt
DPA

Der Angeklagte neben seinem Rechtsanwalt


Ein 62-Jähriger ist rund 30 Jahre nach einem Sexualmord im sächsischen Vogtland zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Zwickau sah es als erwiesen an, dass der Mann am 9. April 1987 eine damals 18-Jährige vergewaltigt und erdrosselt hat.

Wegen der Brutalität der Tat stellte die Kammer zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit wird eine vorzeitige Haftentlassung für den Mann aus dem thüringischen Gera erschwert.

Die Polizei überführte den Mann anhand einer DNA-Spur auf einem Kleidungsstück des Opfers. Diese Spur war der Kernpunkt des Indizienprozesses, der letztlich zur Verurteilung geführt hat.

Verurteilung nach DDR-Recht

Mit dem Urteil folgte das Gericht nach 43 Verhandlungstagen den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Nebenklage. Verurteilt wurde der gebürtige Zwickauer nach dem zum Zeitpunkt der Tat geltenden DDR-Recht, nach dem auch eine geringere Strafe möglich war.

Danach sah der Paragraf 112 für Mord eine Freiheitsstrafe von mindestens zehn Jahren oder lebenslänglich vor, nach der heutigen Rechtslage ist nur eine lebenslange Haft möglich.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung, die einen Freispruch gefordert hatte, kündigte die Prüfung einer Revision an. Sie monierte, dass die Tatortsicherung und die Lagerung der Beweise nach heutigen Maßstäben unprofessionell gewesen sei.

brt/dpa



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