Zwickau Unbekannte schänden Mahnmal für NSU-Opfer

Eine Künstlergruppe stiftete ein Mahnmal für NSU-Opfer in Zwickau - in der Stadt hatten sich die Terroristen jahrelang versteckt. Die Installation blieb nur wenige Stunden unbeschadet.

Geschändetes Mahnmal für NSU-Opfer in Zwickau
Ralph Koehler/ propicture

Geschändetes Mahnmal für NSU-Opfer in Zwickau


In Zwickau haben Unbekannte ein erst jüngst gestiftetes Mahnmal für die NSU-Opfer mehrfach geschändet. Ein Sprecher der Stadt nannte die Vorfälle "beschämend und befremdlich". Die drei mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe hatten sich jahrelang in der sächsischen Stadt versteckt.

Die private Künstlergruppe "Sternendekorateure" hatte am Freitag elf Bänke am zentralen Schumannplatz aufgestellt. Aufgemalt waren die Namen der NSU-Opfer. Der Tag, an dem die Taten der abgetauchten Neonazis aufflogen, jährte sich am Freitag zum fünften Mal.

Wie die Polizei mitteilte, wurden am Wochenende zunächst sieben Bänke mit Farbe beschmiert. In der Nacht zum Dienstag seien zwei Bänke gestohlen worden. Die Bänke waren wegen einer Auflage der Stadt miteinander verschraubt und durch Kabelbinder zusätzlich befestigt worden.

Eine Sprecherin der "Sternendekorateure" sagte, Zerstörungsabsichten seien zu befürchten gewesen. Man habe mit der Stadt vergeblich darüber verhandelt, die Bänke vor dem Rathaus aufzustellen, wo es eine Videoüberwachung gebe. Der Sprecher der Stadt sagte, man könne die Sicherheit der Bänke nicht garantieren. Der Schumannplatz sei nicht rund um die Uhr zu bewachen.

Die Polizei hat bisher noch keinen Tatverdächtigen ermittelt.

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Bildband: "Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU"

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