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Entführtes Flugzeug aus Ägypten: Zyperns Präsident schließt Terrorhintergrund aus

REUTERS

Ein entführtes ägyptisches Flugzeug ist auf Zypern gelandet. Hintergrund der Tat ist möglicherweise ein persönliches Motiv. Noch befinden sich mehrere Geiseln an Bord der Maschine.


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Die Entführung eines ägyptischen Flugzeugs hat nach Angaben des zyprischen Präsidenten keinen terroristischen Hintergrund. Dies sagte Nikos Anastasiades dem staatlichen Rundfunk RIK. Der Sender berichtete unter Berufung auf Polizeikreise, der Mann habe die Maschine allen Anzeichen nach aus persönlichen Gründen in seine Gewalt gebracht.

Derzeit kursieren mehrere unbestätigte Informationen zu der Geiselnahme. Laut IRK soll der Entführer von der Polizei gefordert haben, einen Brief an seine Ex-Frau zu übergeben, die in der Nähe von Larnaka lebe. Der Entführer habe einen Umschlag aus einem Fenster des Flugzeugs geworfen. Der Brief sei auf Arabisch geschrieben. Der Mann sei 59 Jahre alt und habe bis 1994 auf Zypern gelebt und fünf Kinder mit seiner Ex-Frau, berichtete die zyprische Zeitung "Phileleftheros" auf ihrer Homepage.

Nach Angaben des zyprischen Außenministeriums soll es sich bei dem Entführer um den Ägypter Seif M. handeln, der Mann wirke "psychisch labil" und handle dementsprechend. Das ägyptische Staatsfernsehen hatte zuvor einen anderen Namen genannt. Dieser Mann soll Professor für Veterinärmedizin an der Universität Alexandria sein.

Der Airbus der Fluglinie EgyptAir war am Morgen auf einem Inlandsflug entführt und zum Flug nach Larnaka gezwungen worden. Der Entführer soll Berichten zufolge politisches Asyl beantragt haben. Laut staatlichem Rundfunk in Zypern verlangte er zudem die Freilassung von weiblichen Gefangenen in Ägypten.

Die Maschine mit der Flugnummer MS181 sei von Alexandria in Ägypten aus nach Kairo gestartet. Die Piloten des Flugzeugs sollen nach Informationen des Staatsfernsehens Kontakt mit den Fluglotsen in Larnaka aufgenommen und eine außerplanmäßige Landung wegen einer Entführung beantragt haben.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Maschine im zyprischen Flugkontrollraum (Flight Information Region - FIR). Die Maschine sei um 8.46 Uhr Ortszeit (7.46 Uhr MESZ) auf dem Flughafen von Larnaka gelandet. Zypern habe einen Krisenstab gebildet und stehe in Kontakt zu den ägyptischen Behörden, berichtete der zyprische Rundfunk.

In Liveaufnahmen des zyprischen Staatsfernsehens war zu sehen, wie etwa eine Stunde nach der Landung Dutzende Menschen über eine Treppe aus der vorderen Tür des Flugzeugs aussteigen konnten. Die Passagiere hatten zum Teil Handgepäck dabei und wurden mit einem Bus zum Flughafengebäude gebracht. Reporter berichteten auf dem Flughafen von Larnaka übereinstimmend, mindestens 50 Menschen seien ausgestiegen.

EgyptAir meldete via Twitter, außer der Crew und vier oder fünf Ausländern hätten alle Passagiere das Flugzeug verlassen können. Das hätten Verhandlungen mit dem Entführer ergeben. Später wurden mindestens vier weitere Insassen freigelassen. Ein AFP-Korrespondent berichtete, dass sie offenbar Crew-Uniformen trugen.

Nach Angaben des ägyptischen Luftfahrtministeriums befanden sich zwischenzeitlich noch sieben Geiseln an Bord der Maschine. Diese seien der Flugkapitän, der Co-Pilot, eine Flugbegleiterin, ein Sicherheitsangestellter und drei Passagiere, sagte Minister Scherif Fathi in Kairo.

Später konnten noch vier weitere Menschen das Flugzeug verlassen, wie auf Bildern des zyprischen Fernsehens zu sehen war. Einer von ihnen kletterte aus einem Cockpitfenster, drei trugen Uniformen.

Der Entführer drohte dem Ministerium zufolge damit, einen Sprengstoffgürtel zu zünden. Ein Sprecher des zyprischen Außenministeriums konnte nicht bestätigen, dass der Entführer tatsächlich Sprengstoff bei sich hat.

Zur Zahl der Insassen der Maschine gab es unterschiedliche Angaben. Die staatliche Nachrichtenagentur CNA sprach von 55 Passagieren und sieben Besatzungsmitgliedern, das ägyptische Ministerium gab die Zahl der Insassen mit 81 an. EgyptAir sprach von 56 Passagieren, sieben Crewmitgliedern und einem Sicherheitsbeamten.

Flugroute der entführten EgyptAir-Maschine

Quelle: Flightradar24; Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL)

wit/brk/dpa/AFP/Reuters/AP

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