Kälteeinbruch in Mecklenburg-Vorpommern Schneetreiben verursacht Massenunfall auf A 20

Der erste Herbstschnee hat die Autofahrer im Nordosten kalt erwischt. Auf der A20 in Mecklenburg-Vorpommern kam es auf glatter Straße zu einer Massenkarambolage. Zwei Menschen wurden verletzt, als Dutzende Wagen ineinander krachten.


Schwerin - "Es herrscht Chaos", sagte ein Sprecher der Autobahnpolizei Wismar am Dienstag und beschrieb damit ebenso einfach wie eindringlich die unübersichtliche Wettersituation in Mecklenburg-Vorpommern. Bei Temperaturen knapp über Null Grad hatte es im Nordosten der Republik heftig geschneit, örtlich gab es Bodenfrost.

Auf glatter Fahrbahn kam es daraufhin bei Bobitz in Nordwest-Mecklenburg zu einer Massenkarambolage auf der Autobahn 20. Zwei Menschen wurden verletzt, als in Richtung Lübeck 18 Fahrzeuge ineinander krachten. Auch in Richtung Rostock prallten fünf Wagen aufeinander, erklärte eine Polizeisprecherin in Schwerin.

Die Lage sei noch unübersichtlich, hieß es. Die Autobahn in Richtung Lübeck wurde vollständig gesperrt, in der Gegenrichtung wurde der Verkehr um die Fahrzeuge herumgeführt.

Auch auf dem Brocken im Harz hat es erstmals in diesem Herbst geschneit: In der Nacht zum Dienstag fielen auf dem höchsten Berg Norddeutschlands vier Zentimeter Schnee, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Leipzig mitteilte. Weitere Schneeschauer wurden im Laufe des Tages erwartet. Die weiße Schicht soll demnach auch noch in den nächsten Tagen auf dem 1142 Meter hohen Berg liegen bleiben. Schon am Montag hatten sich Schneeflocken unter den Regen gemischt.

In den nächsten Tagen werden im Bergland laut Wetterdienst bei Temperaturen um den Gefrierpunkt erneut Schneeschauer erwartet. Richtig kalt wird es in Sachsen-Anhalt: Hier rechnen die Meteorologen in den kommenden Tagen morgens mit Temperaturen unter zehn Grad - Schnee wird es in tieferen Lagen allerdings nicht geben.

Wintereinbruch in den Alpen

Auch in den Alpen hat der Winter Einzug gehalten. Auf der 2962 Meter hohen Zugspitze wurde am Dienstag eine Schneehöhe von 70 Zentimetern gemessen. Bis zum Mittwoch würden dort nochmals 30 Zentimeter Neuschnee erwartet, sagte der Meteorologe Jens Winninghoff vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in München.

Auf dem 1838 Meter hohen Wendelstein lag am Dienstag eine Schneedecke von zwölf Zentimetern. "Auch in den Kammlagen der Mittelgebirge ist es weiß geworden", sagte Winninghoff. Nachts könne die Schneefallgrenze auf unter 600 Meter sinken, die Autofahrer vor allem im Voralpenland müssten deshalb mit glatten Straßen rechnen.

In Österreich, Italien und der Schweiz ist für Fahrten über höher gelegene Alpen- und Passstraßen Winterausrüstung erforderlich, teilte der ADAC in München mit. Nach dem Alpenstraßenbericht des Autoclubs ist in Österreich der Flexenpass schneebedeckt.

ala/dpa

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