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Kälterekord des Winters: Sibirischer Frost lässt Deutsche bibbern

Schnee, Eis - und Kälterekorde bis minus 26 Grad: Die extremen Minustemperaturen in Deutschland haben nun ein erstes Todesopfer gefordert. Das kalte Wetter soll auch in den nächsten Tagen anhalten.

Köln - Nach Schneefällen und vereisten Straßen jetzt sibirische Temperaturen. Überall in Deutschland zog vergangene Nacht Extremkälte ein, trockene Polarluft und klarer Himmel sorgten von Montag auf Dienstag für die bislang tiefsten Temperaturen dieses Winters.

In Thüringen forderte die Eiseskälte ein erstes Todesopfer: In Weimar ist bereits am Montagmorgen eine 77 Jahre alte Frau tot gefunden worden. Die Bewohnerin eines Seniorenheims sei in der Nacht bei Minustemperaturen erfroren, sagte eine Polizeisprecherin. Sie habe an Altersdemenz gelitten und Schwierigkeiten mit der Orientierung gehabt.

Die Seniorin war am Vorabend als vermisst gemeldet worden. Sie habe das Seniorenheim mit der Angabe verlassen, einen Abendspaziergang machen zu wollen. Dabei hatte sie nur eine Strickjacke getragen. Die Leiche wurde in einer nahe gelegenen Gartenanlage aufgefunden. Nach ersten Erkenntnissen gibt es keine Hinweise auf eine Straftat.

Weiterhin Verspätungen auf Frankfurter Flughafen

Nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia ließ Hoch "Angelika" am Dienstagmorgen vor allem in Osten des Landes die Temperaturen in den Keller fallen. Im sächsischen Delitzsch wurde mit minus 26 Grad Celsius der Spitzenwert gemessen.

Aus Brandenburg wurden Werte von minus 25 Grad gemessen, auch im Berliner Umland war es mit minus 19 Grad bitterkalt.

Nach Angaben des Wetterdienstes waren in Mittelgebirgstälern sogar Temperaturen bis minus 30 Grad möglich. Plustemperaturen gab es in der Nacht nirgendwo in Deutschland, auch nicht an der Küste, wo das vergleichsweise warme Wasser der Nordsee wärmt. So wurden in List auf Sylt und Norderney minus fünf Grad gemessen.

Nach den Schneefällen vom Montag hat es auch am Dienstag am Frankfurter Flughafen noch zahlreiche Verspätungen gegeben. Bis zu zwei Stunden verzögerten sich die Ankünfte am Morgen. Dies seien vermutlich die Folgen der Behinderungen und Flugausfälle vom Vortag, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. Er erwarte, dass sich die Lage im Laufe des Tages normalisiert.

Paris: Hunderte Passagiere übernachteten auf Flughafen

Auch in Frankreich haben Schneefälle und Eis für erhebliche Behinderungen des Flugverkehrs gesorgt. Am größten Pariser Flughafen Charles de Gaulle mussten Hunderte Passagiere die Nacht zum Dienstag in Hotelzimmern oder auf Bänken in den Terminals verbringen, berichtete der Radiosender France Info am Morgen. Allein die französische Gesellschaft Air France hatte 150 Flüge gestrichen.

Wegen der Wetterverhältnisse wurde nach Angaben des Flughafens auch am Dienstag wieder mit Verspätungen gerechnet.

In Deutschland wird es auch in der Nacht zum Mittwoch erneut kalt: Der Wetterdienst erwartet wieder für Sachsen besonders eisige Temperaturen und auch im Süden, weil dort der Himmel aufklart.

bog/dpa/ddp/ap

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