Waldbrände in Kalifornien Zahl der Toten steigt auf über 30

Die verheerenden Waldbrände im Norden Kaliforniens breiten sich weiter aus. Bisher sind mindestens 31 Menschen in den Flammen ums Leben gekommen. Hunderte Personen werden vermisst.

Ein Löschflugzeug lässt in Geyserville, Kalifornien
DPA/The Press Democrat/Kent Porter

Ein Löschflugzeug lässt in Geyserville, Kalifornien


In Kalifornien kämpfen Feuerwehrleute weiter gegen die Flammen, doch die Waldbrände sind nur schwer unter Kontrolle zu bringen - und die Zahl der Opfer steigt weiter. Nach Angaben der Behörden sind mittlerweile mehr als 30 Menschen durch die Feuer ums Leben gekommen. Bei den meisten habe es sich um alte Menschen gehandelt, sagte der Sheriff des Bezirks Sonoma, Ron Giordano. Um mögliche weitere Opfer und Vermisste zu finden, setzten die Einsatzkräfte Spürhunde ein.

Wie die Behörden mitteilten, kamen bereits mindestens 31 Menschen durch die Brände ums Leben, davon 17 in Sonoma. Sie rechneten mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen. Schon jetzt zählen die Waldbrände zu den schlimmsten in der Geschichte Kaliforniens.

Während sich die Flammen im Norden des US-Bundesstaates

Fotostrecke

15  Bilder
Waldbrände in Kalifornien: Spuren der Verwüstung

weiter ausbreiteten, wurde die Suche nach Vermissten und weiteren Opfern ausgeweitet, wie Sheriff Giordano sagte. Dabei kämen auch Leichenspürhunde zum Einsatz. In Sonoma würden mittlerweile noch etwa 400 Menschen vermisst. Die Suche werde voraussichtlich langsam vorankommen, weil die Feuer weiter loderten und Leichen schwer zu identifizieren seien, sagte der Sheriff.

Bei den Todesopfern handelte es sich laut Giordano vornehmlich um Menschen um die 70 oder 80 Jahre. Das jüngste identifizierte Opfer sei 57 Jahre alt gewesen.

Die Feuer brannten bereits etwa 78.000 Hektar Land nieder, insbesondere in der Weinbauregion Sonoma. Etwa 3500 Häuser und Unternehmen wurden zerstört, darunter einige Weingüter. Rund 8000 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um die 20 Brände zu löschen. Aus einer Reihe von anderen US-Bundesstaaten sowie aus dem Ausland wurden zusätzliche Löschhubschrauber und -flugzeuge sowie Einsatzkräfte in die kalifornischen Brandgebiete geschickt.

Die seit Sonntag wütenden Brände werden von starken Winden angefacht, was die Löscharbeiten erschwert. Der Wetterdienst warnte, das ungünstige Wetter könne bis zum Wochenende andauern.

Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown hatte wegen der Brände den Notstand für acht Bezirke ausgerufen. US-Präsident Donald Trump erklärte seinerseits den Katastrophenfall, um Bundesmittel für die betroffene Region freizugeben. Das US-Repräsentantenhaus stimmte am Donnerstag dafür, zur Bewältigung der Brandkatastrophen in Kalifornien zunächst 576 Millionen Dollar (487 Millionen Euro) bereitzustellen. Nun muss der Senat noch darüber abstimmen.

asc/dpa/AP



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.