Unwetter in Kalifornien Der Süden räumt auf, der Norden rüstet sich

Mindestens fünf Menschen kamen bei schweren Regenstürmen rund um Los Angeles ums Leben. Die Region erholt sich langsam - nun stellt sich der Norden Kaliforniens auf ähnliche Unwetter ein.

David Pardo / The Daily Press / AP

Bei heftigen Regenstürmen in Südkalifornien sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Die sintflutartigen Niederschläge vor allem in der Nacht zum Samstag führten zu zahlreichen Straßensperrungen, verbreiteten Stromausfällen und Schlammlawinen. In einigen Gebieten wurden bis zu 2,5 Zentimeter Regen in einer Stunde gemessen.

Bislang war von bis zu vier Todesopfern in der Region um Los Angeles die Rede gewesen. Dort haben mittlerweile die Aufräumarbeiten begonnen, während sich die Menschen im Norden des US-Westküstenstaats nun auf heftigen Regen einstellen. Meteorologen sagten dem Sender CNN zufolge für einige Regionen zwischen zehn und 25 Zentimeter Niederschlag bis Montagabend voraus.

Im Süden waren vorübergehend 130.000 Haushalte ohne Strom. In Sherman Oaks bei Los Angeles riss ein umstürzender Baum Stromleitungen mit sich und krachte auf ein Auto. Der 55-jährige Fahrer starb an einem Stromschlag, wie Medien unter Berufung auf Behördenangaben berichteten.

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Regenstürme in Kalifornien: Mehrere Tote, riesiges Chaos

In Victorville östlich von Los Angeles wurde ein Autofahrer tot in seinem überfluteten Auto gefunden, in Thousand Oakes eine Leiche aus einer Wasserrinne geborgen. Zwei weitere Menschen starben CNN zufolge bei einem Autounfall auf einer regennassen Straße in San Diego.

Windböen bis zu 130 Kilometer in der Stunde entwurzelten Hunderte Bäume und rissen Stromleitungen herunter. Auf einer Autobahn in Sun Valley standen zehn Fahrzeuge in tiefem Wasser, Einsatzkräfte retteten die Insassen. In Studio City stürzten zwei Autos in ein sechs Meter tiefes Loch, die Fahrer blieben unverletzt. (Hier sehen Sie ein Video dazu.)

Bis zur Hälfte aller Schnell- und Landstraßen im Umkreis von Los Angeles waren zeitweise gesperrt. In Duarte wurden 200 Häuser wegen Erdrutschgefahr vorsichtshalber evakuiert. In Forest Falls riss eine Schlammlawine weite Teile eines Berghangs in die Tiefe.

Die seit Wochen anhaltenden Regenfälle und Stürme in Kalifornien hatten in der vergangenen Woche auch Alarm am Oroville-Stausee ausgelöst. Zehntausende Menschen verließen die Region zwischenzeitlich aus Angst vor einer möglichen Flutkatastrophe. Das Reservoir war zum ersten Mal seit Jahren vollständig mit Wasser gefüllt.

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Oroville-Staudamm: Sorge vor den Wassermassen

Der drohende Kollaps eines beschädigten Notüberlaufs am größten Staudamm der USA hätte eine etwa neun Meter hohe Flutwelle zur Folge gehabt. Die Behörden forderten fast 190.000 Menschen in den umliegenden Bezirken auf, sich in Sicherheit zu bringen. Die für die nächsten Tage angekündigten Regenfälle könnten die Abflusskanäle erneut belasten - der Oroville-Stausee kann dieses Wasser nach Behördenangaben aber aufnehmen.

mxw/dpa

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