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Schwerkranke Zwillinge: Vater muss entscheiden, welche Tochter lebt

Zwillinge Binh und Phuoc: Die Eltern suchten über Facebook Organspender Zur Großansicht
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Zwillinge Binh und Phuoc: Die Eltern suchten über Facebook Organspender

Michael Wagner hat zwei dreijährige Töchter, die beide eine neue Leber brauchen. Der Vater kann nur einem Mädchen helfen. Trotzdem gibt es jetzt wohl ein Happy End.

Toronto - Es war die wohl schwerste Entscheidung seines Lebens. Michael Wagner wusste, dass er nur einer seiner dreijährigen Zwillingstöchter helfen konnte. Binh oder Phuoc. Welche der beiden sollte einen Teil seiner Leber bekommen? Und würde die andere ohne Spenderorgan sterben müssen?

Im Jahr 2012 hatte der kanadische Soldat gemeinsam mit seiner Frau Johanne die beiden vietnamesischen Mädchen adoptiert. Sie leiden von Geburt an unter einer seltenen Erbkrankheit - dem Alagille-Syndrom, das die Leber zerstört. Der US-Sender ABC und die "Daily Mail" berichteten über den Fall. Seit September 2014 standen die Mädchen auf der Warteliste für eine Transplantation. Doch ihr Zustand verschlechterte sich. Bald stand fest, dass Wagner für eine Lebendspende infrage kam. Für eine.

"Es ist grausam, dass ich nur einmal spenden kann", sagte Wagner. Die Wahl fiel auf Phuoc - die Ärzte sahen bei ihr die größere medizinische Notwendigkeit. Am vorigen Dienstag fand an zwei Kliniken in Toronto die Transplantation statt. Nach dem 13-stündigen OP-Marathon sind Vater und Tochter wohlauf. Und jetzt gibt es sogar neue Hoffnung für Binh.

"Sie haben uns Offenheit gelehrt"

Via Facebook sucht das Ehepaar Wagner nach Spendern. Inzwischen haben sich 400 Freiwillige gemeldet. Der behandelnde Arzt Gary Levy, Chef des Transplantationsprogramms am Toronto General Hospital, gab nach der OP bekannt: Man werde in den kommenden Wochen einige Freiwillige bestimmen, die für eine Spende vorbereitet werden könnten. Wer einen Teil seines Organs geben will, muss spezielle gesundheitliche Kriterien erfüllen. Er sollte etwa zwischen 18 und 60 Jahre alt sein und die Blutgruppe des Mädchens haben.

Die Mutter sagte, sie sei überwältigt von der großen Anteilnahme im Netz. Und ermutigte die hilfsbereiten Facebook-Nutzer, auch für andere Patienten zu spenden. "Ich hoffe, unsere Medienkampagne macht vielen Hoffnung, die in der Stille leiden."

Das Ehepaar Wagner hatte bereits sieben eigene Kinder, als es den Zwillingen in einem Waisenhaus in Vietnam begegnete und sie trotz schwerer Krankheit adoptierte. "Wir würden alles noch einmal genauso machen", sagte die Mutter jetzt. "Uns haben die Zwillinge Offenheit gelehrt und unsere leiblichen Kinder das Teilen."

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Überschrift
fitpit 13.02.2015
Bei der Überschrift kommt in mir echt eine Wut hoch - muss man bei dem Thema auch noch ein solch schlechtes Wortspiel machen? Der Autor muss sich schämen.
2.
Abel Frühstück 13.02.2015
Schön, dass der Wortspielwolf vom Spiegel auch bei solch ernsten Themen uns nicht enttäuscht. Wat hamwer jelacht. In diesem Sinne: Alaaf.
3. Link?
sonny.kaspar 14.02.2015
Gut und schön geschrieben! Herzens-erweichende Geschichte! Gibt es denn evtl. einen Link zu Familie Wagners Facebook Seite, falls man sich noch als potenzieller Spender melden möchte? MfG und danke für diesen informativen Artikel, Sonny
4. peinlich Spon
egalglaubmir 14.02.2015
Selbst bei diesem Thema ist es den SPON Redakteuren nicht möglich, eine dem Spiegel würdige Überschrift zu wählen! ?!?
5. Bei allem Blah Blah
hjcatlaw 14.02.2015
über eine etwas schiefe Überschrift: Es ist schön zu wissen, dass es immer noch Menschen gibt, die selbstlose Nächstenliebe praktizieren. Die Geschichte ist ein Lehrbeispiel für alle geld- und machtgeilen Egomanen dieser Welt.
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