Erzbischof Keith O'Brien: Schottischer Kardinal stürzt über Belästigungsvorwürfe

Kardinal Keith O'Brien: Ärger kurz vor der Rente Zur Großansicht
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Kardinal Keith O'Brien: Ärger kurz vor der Rente

Der ranghöchste Katholik in Großbritannien muss sein Amt aufgeben: Der schottische Erzbischof O'Brien hat nach Belästigungsvorwürfen seinen Rücktritt bekanntgegeben. Mehrere Priester berichten, er habe sich ihnen in "unangemessener Weise" genähert.

Hamburg - In den kommenden Wochen hätte Kardinal Keith O'Brien eigentlich den neuen Papst wählen sollen. Doch daraus wird nichts: Der 74-Jährige tritt als Erzbischof von St. Andrews und Edinburgh zurück. Laut Vatikan hat Papst Benedikt XVI. das Gesuch bereits angenommen.

Er werde nicht an dem Konklave teilnehmen, weil er in dieser wichtigen Zusammenkunft keine Medienaufmerksamkeit auf seine Person lenken wolle, heißt es in einer Mitteilung O'Briens. Er wäre der einzige britische Geistliche des Konklaves gewesen.

Grund für den Rücktritt sind Vorwürfe mehrerer Priester, O'Brien habe sich ihnen in den achtziger Jahren unangemessen genähert. Ein ehemaliger und drei aktive Priester aus der Diözese St. Andrews und Edinburgh hatten sich beim Apostolischen Nuntius in Großbritannien über den Geistlichen beschwert und seine Entlassung gefordert.

Die britische Wochenzeitung "Observer" hatte die Beschwerden öffentlich gemacht - unklar blieb jedoch, welcher Art die mutmaßlichen Übergriffe gewesen sein sollen. Unter anderem soll sich O'Brien 1980 einem Schüler seines Priesterseminars nach Nachtgebeten in "unangebrachter Weise" genähert haben. Einer der Beschwerdeführer gab an, er habe die Priesterwürde zurückgegeben, als O'Brien zum Bischof geweiht wurde.

O'Brien, der Mitte März ohnehin in Ruhestand hätte gehen sollen, ließ die Vorwürfe über einen Sprecher zunächst zurückweisen. Er war in der katholischen Kirche Großbritanniens in den vergangenen Jahren als entschiedener Gegner der Homosexuellen-Ehe aufgetreten. Zuletzt erregte er Aufsehen, weil er sich für die Aufhebung des Zölibats für katholische Priester ausgesprochen hatte.

hut/Reuters/AP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 90 Beiträge
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1. Der Nächste!
mimija 25.02.2013
Wen wundert das noch?
2. Kern
ditolin 25.02.2013
Es liegt klar auf der Hand: wieso sollte man Teil einer Religion werden, die alles "vergibt", Hauptsache man "glaubt" an die Organisation, siehe 1. Gebot.
3. Re: Mitte März ohnehin in Ruhestand
shine31 25.02.2013
So zwei Wochen vor dem Ruhestand? Ist ein bisschen spät oder? Warm haben sich die Opfer nichtfrüher gemeldet, wo doch das Gesehen wohl schon in den 80er und 90er Jahren war?
4. Toll
akey82 25.02.2013
und weiter gehts ! Und in Deutschland genau so Finanziert durch die Krichensteuer!
5. langsam...
michasowieso 25.02.2013
...wird es lächerlich und umso peinlicher, dass es nicht noch mehr kirchenaustritte gibt!
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