Hohe Gebote für Originaldokumente Kasse machen mit Karl Marx

Karl Marx war offenbar äußerst penibel, was die Übersetzung seines berühmtesten Werks in andere Sprachen anbelangt. Das geht aus Dokumenten hervor, die nun in Paris versteigert wurden - für sehr viel Geld.

Karl Marx (undatierte Zeichnung)
DPA

Karl Marx (undatierte Zeichnung)


Karl Marx ist bereits seit mehr als 135 Jahren tot - und doch bis heute eine Figur, die polarisiert: Erst vor wenigen Monaten verübten Unbekannte in Trier einen Brandanschlag auf eine erst kurz zuvor eingeweihte Statue des Philosophen. Doch es gibt auch Leute, die auf Marx' Ideen und Schriften bis heute Wert legen. Sehr großen Wert.

Das zeigte sich nun bei einer Auktion in Paris: Dort erzielten mehrere von Marx verfasste Dokumente unerwartet hohe Erlöse. Wie das Auktionshaus Ader Nordmann mitteilte, erzielten allein zwei Briefe mehr als 120.000 Euro - das entspricht etwa dem Vierfachen des Schätzwerts.

Aus den Schreiben von 1872 geht etwa hervor, dass Marx das erste Kapitel seines Hauptwerks "Das Kapital" selbst ins Französische übersetzte. Er war mit der Arbeit des offiziellen Übersetzers nicht zufrieden.

Der Originalvertrag für die französische Ausgabe des "Kapitals" ging den Angaben zufolge für fast 122.000 Euro an einen Bieter, diese Summe ist fast fünfmal so hoch wie der Schätzwert. In dem Dokument legte Marx mit seinem Verleger Maurice Lachâtre fest, dass die Ausgabe zu einem Preis veröffentlicht werden sollte, "der das Werk für die kleinsten Geldbörsen verfügbar macht".

Marx, geboren am 5. Mai 1818 in Trier, lebte lange in Paris und London im Exil. Der erste Band von "Das Kapital" erschien 1867 erstmals auf Deutsch.

mxw/AFP

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