Karneval der Kulturen "Happening-Charakter" in Kreuzberg

Teufel, Skelette, leicht bekleidete Tänzerinnen: Beim Karneval der Kulturen in Berlin präsentierten mehr als 80 Nationen ihre Traditionen und Rituale. Höhepunkt war die kilometerlange Karawane durch Kreuzberg mit 4000 Akteuren.


Berlin - Salsa, Folklore, Türk-Pop und Reggae: Bei sommerlichen Temperaturen feierten Hunderttausende den 13. Straßenumzug des Karnevals der Kulturen in Berlin.

Rund 4000 Teilnehmer aus mehr als 80 Ländern zogen in einer farbenfrohen Karawane und mit fantasievollen Kostümen durch Kreuzberg. Auch zahlreiche Prominente fanden sich auf der Strecke ein. Es sei sein erster Karneval der Kulturen, räumte etwa der Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse als Zaungast am Nachmittag ein. Es sei aber bei weitem das schönste Fest in Berlin. "Die sinnlichen Eindrücke und unerhörten Rhythmen sind schon sehr stark", fügte der eher zurückhaltende SPD-Politiker hinzu.

So schickte die Gruppe Dulce Compania mehrere Stelzenläufer auf die Strecke. Als Motiv wählten sie Figuren des chilenischen Karnevals. "Berlin kocht flambierte Rhythmen aus Berlins Trommelküche" lautete hingegen das Motto der Drum Kitchen Berlin. Auch in rote Seide gekleidete Vampire und Skelette nahmen an dem Umzug teil.

Und mit der Ghana Black Stars Group ehrten die Teilnehmer den Erfolg der ghanaischen Fußball-Nationalmannschaft beim Afrika-Cup Anfang dieses Jahres. Die Mitglieder einer Schweizer Gruppe gaben sich jedoch besonders viel Mühe. Alle zogen ein selbstgemachtes Holz- oder Stoffschaf hinter sich her. Am Sonntagabend sollte die beste Performance durch eine Jury mit dem Karnevals-Preis "Baubo" ausgezeichnet werden.

Ein Polizeisprecher sprach von einem regelrechten "Happening- Charakter" und einem bislang friedlichen Verlauf. Auch die Sprecherin des Veranstalters Werkstatt der Kulturen, Ellen Häring, war zufrieden. "Wir freuen uns sehr über das gute Wetter", sagte sie.

Wegen des herrlichen Pfingstwetters rechnen die Organisatoren in diesem Jahr mit rund 1,3 Millionen Zuschauern. Genaue Zahlen lagen am Nachmittag noch nicht vor. Im vergangenen Jahr hatten trotz Regenschauern rund 600.000 Menschen das Treiben verfolgt.

Das viertägige Straßenfest Karneval der Kulturen zwischen Blücherplatz und Waterloo-Ufer begann bereits am Freitag mit einem internationalen Bühnenprogramm von mehr als 900 Künstlern aus aller Welt.

jjc/dpa/ddp



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