ThemaKarnevalRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Karneval Rio tanzt sich in den Sambarausch

Rio geht dem Höhepunkt der Karnevalssaison entgegen: Zehntausende Zuschauer bejubelten den Einzug der Tanzschulen ins Sambadrom, Millionen verfolgten das Spektakel im Fernsehen. Tänzerinnen, Trommler und Motivwagen sorgten für ein farbenfrohes Schauspiel.

Rio de Janeiro - In Deutschland wird geschunkelt, in Brasilien getanzt: Mit dem traditionellen Defilee der besten Sambaschulen hat in Rio de Janeiro der Höhepunkt des diesjährigen Karnevals begonnen. Als erster von zwölf Vereinen zog "São Clemente" am Sonntagabend vor Zehntausenden Zuschauern über die 800 Meter lange Paradestrecke in Rios Sambadrom.

Mit gigantischen Motivwagen, rund 3200 Trommlern und Tänzern in fantasievollen Kostümen und mit viel nackter Haut präsentierte der Club eine Hommage an Rio, die "Cidade Maravilhosa" (Wunderbare Stadt). Das Motto: "Dein, mein, unser Rio - von Gott gesegnet und schön durch die Natur."

Millionen TV-Zuschauer in Brasilien, aber auch im Ausland verfolgten den Einzug der zahlreichen Tanzgruppen in das Sambadrom. Einige Prominente ließen es sich nicht nehmen, das Spektakel vor Ort zu verfolgen: Zur Parade waren Ex-Baywatch-Star Pamela Anderson und der britische Schauspieler Jude Law angereist.

Fotostrecke

18  Bilder
Karneval: Farbenfest im Sambadrom

Die ersten sechs Schulen sollten bis in die frühen Morgenstunden des Rosenmontags durch das von Brasiliens Star-Architekt Oscar Niemeyer erbaute Tribünenstadion ziehen, darunter auch der Club "Vila Isabel", der mit Topmodel Gisele Bündchen prominente Verstärkung auf dem karnevalistischen Laufsteg erhielt.

Der Wettstreit um Rios Karnevalskrone 2011 geht in der Nacht zum Dienstag mit der zweiten Runde und weiteren sechs Sambaschulen weiter. Die Entscheidung, wer den Titel "Champion des Karnevals" gewinnt, fällt am Aschermittwoch.

Drei der großen Sambaschulen wurden allerdings von der Wertung des Tanzwettbewerbs ausgenommen. Sie hatten bei einem Feuer in einem Lagerhaus Anfang Februar mehr als 8000 ihrer Kostüme verloren. Unterkriegen wollten sich die Teilnehmer davon aber nicht. "Wir sind bereit und wir sind stark. Niemand sitzt hier traurig herum und denkt darüber nach, was wir verloren haben", sagte Maria Alice Alves von der renommierten Gruppe Portela. Diese hatte den Samba-Wettbewerb zuvor bereits 21 Mal gewonnen, öfter als jede andere Gruppe.

Haitianer feiern ersten Umzug nach Erdbeben

Auch Haiti feierte am Sonntagabend Karneval - erstmals gab es nach dem verheerenden Erdbeben im vergangenen Jahr wieder einen Umzug. Die Beteiligung fiel in der noch immer von Zerstörung gezeichneten Hauptstadt Port-au-Prince deutlich geringer aus als in den vorangegangenen Jahren.

Im Vergleich zu früheren Jahren habe man diesmal nur über etwa 20 Prozent der Mittel für die Feierlichkeiten verfügt, sagte Herve Saint-Preux, Karnevalskoordinator der Stadt . Trotz der Probleme, denen das Land gegenüber stehe, hätten die Behörden den Eindruck gehabt, dass es wichtig gewesen sei, das jährliche Fest fortzuführen, sagte er. "Die Menschen wollen Karneval und wenn wir es nicht unterstützen, machen sie es eben selbst", sagte Saint-Preux.

ulz/dpa/dapd

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
insgesamt 1 Beitrag
wkirsch 07.03.2011
Ich habe das Spektakel in der vergangenen Nacht im brasilianischen Fernsehen verfolgt. Im Bericht wird mit Ausnahme andeutungsweise einer Sambaschule leider nicht weiter auf die Mottos und Allegorien und damit auf die Kreativität [...]
Ich habe das Spektakel in der vergangenen Nacht im brasilianischen Fernsehen verfolgt. Im Bericht wird mit Ausnahme andeutungsweise einer Sambaschule leider nicht weiter auf die Mottos und Allegorien und damit auf die Kreativität der Choreographen eingegangen. Wie der Autor dagegen darauf kommt, die Präsenz einer allenfalls zweitklassigen US-Schauspielerin unter den Zuschauern als ein herausragendes Ereignis der Veranstaltung in Text und Bild zu würdigen, ist mir ein Rätsel. Die Fotostrecke finde ich nicht repräsentativ, weil sie auf den sich z.T. wiederholenden Bildmotiven nicht das Niveau der Kostümierungen und Darbietungen vermittelt, das sich dem Zuschauer über die Nacht dargeboten hat.
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
alles zum Thema Karneval

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP