Kasan Dutzende Tote bei Flugzeugunglück in Russland

In der russischen Stadt Kasan ist es zu einem schweren Flugzeugunglück gekommen. Eine Boeing 737 brach bei der Landung auseinander und explodierte. Das Zivilschutzministerium geht von vielen Toten aus.

REUTERS

Hamburg - Bei einem Flugzeugunglück in Russland sind an diesem Sonntag vermutlich alle 50 Insassen ums Leben gekommen. Das teilte das Zivilschutzministerium mit. Die Maschine vom Typ Boeing sei bei der Landung auf dem Flughafen der Stadt Kasan aufgeschlagen. Irina Rossius, Sprecherin des Zivilschutzministeriums, sagte, es habe sich eine Explosion ereignet. 135 Rettungskräfte und 35 Helfer mit schwerer Technik machten sich auf zum Unglücksort. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen.

Laut russischen Nachrichtenagenturen unternahmen die Piloten mehrere Landeversuche, bevor die Maschine verunglückte. Ein Vertreter der Sicherheitskräfte in Tatarstan sagte der Nachrichtenagentur Interfax, verantwortlich für das Unglück sei vermutlich menschliches Versagen. Laut einem Sprecher der Luftfahrtbehörde wurde die Maschine von erfahrenen Piloten gesteuert.

Präsident Putin setzt Untersuchungskommission ein

Das Flugzeug war mit 44 Passagieren und 6 Besatzungsmitgliedern an Bord in Moskau gestartet. Das Unglück ereignete sich gegen 19.30 Uhr Ortszeit. Der Flughafen von Kasan wurde vorübergehend geschlossen.

Bei dem Flugzeug handelt es sich um eine Maschine der regionalen Fluggesellschaft Tatarstan. Kasan ist die Hauptstadt der russischen Republik Tatarstan und liegt rund 720 Kilometer von Moskau entfernt.

Präsident Wladimir Putin setzte eine Kommission ein, die das Unglück untersuchen soll. Er äußerte sein Mitgefühl und beauftragte Verkehrsminister Maxim Sokolow, sofort nach Kasan zu reisen.

Veraltete Unglücksmaschine

Die Behörden boten den Angehörigen der Opfer psychologische Hilfe an. Unter den Toten soll auch der Sohn des Präsidenten von Tatarstan, Rustam Minnikhanov, sein. Das geht aus einer Passagierliste hervor.

Zum Unglückszeitpunkt gab es keine schwierigen Wetterverhältnisse: Die Temperatur zum Unglückszeitpunkt betrug drei Grad Celsius, es wehte leichter "Wind. Die Sicht betrug 5000 Meter, die Landebahn war trocken. Bessere Bedingungen gibt es kaum", sagte ein Sprecher des Flughafens.

Einen Anschlag schlossen die Behörden aus. Russische Medien berichten, die Unglücksmaschine sei mehr als 23 Jahre alt und im Juni 1990 zum ersten Mal im Einsatz gewesen.

Im Dezember 2012 war auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo ein Flugzeug über die Landebahn hinausgeschossen, durch einen Zaun auf eine Straße gelangt, auseinandergebrochen und in Flammen aufgegangen. Fünf Insassen starben. Unglücksursache war vermutlich ein Versagen der Bremsen.

han/dpa



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