Katastrophenalarm in Belgien Drei Fabriken in Flammen - Viele Tote und Verletzte

In einer im Bau befindlichen Gasfabrik im belgischen Ghislenghien ist es zu einer Explosion gekommen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind dabei mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. 200 Menschen wurden verletzt, 24 davon sind in Lebensgefahr.




Ausgebrannte Fabrik in Ghislenghien: Viele Opfer haben schwere Verbrennungen
AFP

Ausgebrannte Fabrik in Ghislenghien: Viele Opfer haben schwere Verbrennungen

Brüssel - Unter den Opfern sind zahlreiche Polizisten und Feuerwehrmänner, berichtet der Nachrichtensender ntv. Die Schwerverletzten werden in einem mobilen Krankenhaus behandelt.

Zum Zeitpunkt der Explosion seien mindestens 200 Menschen am Unglücksort gewesen, sagte ein Verantwortlicher des Unternehmens, auf dessen Betriebsgelände der Unfall geschah. Die Wucht der Detonation habe die Körper der Opfer mehrere hundert Meter weit geschleudert. Die Rettungskräfte suchen in den Feldern nach möglichen weiteren Opfern.

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Inferno in Belgien: Gasfabrik explodiert - Viele Tote und Verletzte

Die gewaltige Explosion ereignete sich 30 Kilometer südöstlich der belgischen Hauptstadt und war noch in zehn Kilometer Entfernung zu spüren. "Die Flammen schlugen 20 Meter hoch", sagte ein Radioreporter. Viele der Opfer hätten schwere Verbrennungen. Erste Fernsehbilder zeigen zahlreiche Krankentransporter und auch Leichenwagen. Die Flammen haben bereits auf zwei weitere Fabriken übergegriffen. Dichte Rauchwolken hängen über dem ganzen Gebiet.

Ersten Ermittlungen zufolge wurde bei Bauarbeiten eine Erdgasfernleitung beschädigt. Nach Angaben des Gasnetzbetreibers Fluxys in Antwerpen war am Morgen ein Leck in der Erdgasleitung von Seebrügge zur französischen Grenze entstanden. Eine halbe Stunde später habe sich das Gas auf einem Firmengelände in Ghislenghien entzündet und sei explodiert. Ein Gebäude des belgischen Energieversorgers Electrabel, das einige Dutzend Meter von dem Leck entfernt steht, wurde vollständig verwüstet. "Dort hat es auch ein Todesopfer gegeben", sagte Fluxys-Sprecher Christian Otto.

Nach der Explosion in dem Gewerbegebiet lösten die Behörden Katastrophenalarm aus. Die Autobahn E429 bei Ath in der Provinz Hennegau wurde in beiden Richtungen gesperrt. Anwohner wurden aufgefordert, in ihren Wohnungen zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten. In dem Industriegebiet haben auch eine Supermarktkette und ein Autohersteller große Verteilzentren. Bei dem Handelsunternehmen habe es aber weder Schäden noch Verletzte gegeben, sagte ein Sprecher.



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