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Katastrophenregion Fukushima: Japans seltsame Atom-Show

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Japan bewertet die Atomkatastrophe in Fukushima jetzt mit der höchsten Gefahrenstufe - das entspricht Tschernobyl-Niveau. Trotzdem versucht die Regierung, mit plumpen PR-Aktionen Optimismus zu verbreiten: Sprecher Edano beißt beherzt in Erdbeeren und Tomaten aus der verstrahlten Region.

AFP

Hamburg - Eiji Konno züchtet schwarze Wagyu-Rinder. Sein Hof liegt etwa 30 Kilometer nordwestlich der AKW-Ruine Fukushima I - und damit genau an der Grenze zur freiwilligen Evakuierungszone. Dort war Anwohnern angeraten worden, ihre Häuser wegen der erhöhten radioaktiven Strahlung nicht mehr zu verlassen. "In meinen Ohren klingen die Rufe meiner Rinder wie die Bitte, sie endlich zu erlösen", klagte der 60-Jährige der Zeitung "Mainichi Shimbun" sein Leid.

Obwohl der Verkauf von Rindfleisch nicht beschränkt ist, macht sich Konno Sorgen um das negative Image, das Nahrungsmitteln aus Fukushima nun anhaftet. Der Landwirt hat 18 erwachsene Tiere der edlen Rinderrasse sowie 14 Kälber. Vier von ihnen kamen nach dem verheerenden Beben vom 11. März auf die Welt.

Wie wird es nach der Katastrophe weitergehen? Diese Frage stellen sich die Bauern der Region derzeit. Viele Menschen in der Provinz Fukushima leben von der Landwirtschaft. Mehr als 80.000 Bauern gibt es in der Region. Sie ist ein Zentrum des Getreideanbaus. Bei der Reisproduktion liegt sie in Japan auf Platz vier.

Für Viehzüchter Konno ist klar, dass seine Rinder wahrscheinlich keinerlei Warenwert mehr besitzen. Er sieht seine Existenz gefährdet. "Stets erfolgen die Maßnahmen zu spät, und am Ende sind wir Bewohner die Leidtragenden", sagt er verbittert. Seit der Katastrophe habe er 18 Kilo abgenommen und sein Blutdruck sei gestiegen. "Auch meine Kühe werden immer dünner. Die Strahlenwerte sind täglich anders, aber ich will ihnen wenigstens bis zum Schluss etwas Gutes zu futtern geben", sagt Konno. Und so fährt er weiter zu den Stallungen, um seine Tiere zu versorgen - jeden Tag, von morgens bis abends.

PR-Event "Auf geht's Iwaki!"

Auch an diesem Dienstag, als Japans Behörde für atomare Sicherheit das Unglück im havarierten Atomkraftwerk Fukushima auf der maximalen Stufe 7 der internationalen Unfallskala einordnete - und damit auf dieselbe Ebene wie die Katastrophe von Tschernobyl stellte, fuhr Konno zu seinen Tieren. Zuvor hatten Nachbeben Japans Nordosten erneut stark erschüttert.

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AKW-Desaster Fukushima: Kein Ende in Sicht
Gemüse und Obst aus der betroffenen Region sind laut Greenpeace hoffnungslos verstrahlt. Doch solche Bedenken versucht die japanische Regierung zu zerstreuen. So wird in Tokio mit dem zweitägigen PR-Event "Auf geht's, Iwaki!" für das Gemüse aus der vom AKW-Störfall betroffenen Region geworben. Regierungssprecher Yukio Edano trat am Dienstag gemeinsam mit der beliebten Comedian Shizu-chan auf - und biss beherzt in eine Tomate aus Iwaki.

Auch bei Erdbeeren langte er zu: "Sie sind sehr süß und lecker!", schwärmte Edano. Damit warb er für die Produkte aus der Provinz Fukushima und forderte die Besucher auf, die "voller Leidenschaft hergestellten Lebensmittel" zu konsumieren und so die betroffenen Gebiete zu unterstützen. Dabei scheint er sich möglicher Schwächen der angepriesenen Lebensmittel durchaus bewusst zu sein. "In keinem Supermarkt der Welt gibt es ausschließlich sichere Lebensmittel", sagte Edano, der auch für seine Familie Gemüse und Obst aus Fukushima einkaufte.

Und die bizarre Aktion mit einem eigens dafür eingerichteten Markt scheint offenbar Erfolg zu haben: "Die Produkte vom Bauernhof wurden innerhalb einer Stunde gekauft", freute sich der Vertreter der Stadt Iwaki, Hiroyuki Watanabe, die die Aktion organisiert hatte. Alle angebotenen Obst- und Gemüsesorten seien getestet worden, um sicherzugehen, dass sie nicht radioaktiv belastet sind.

Die 25-jährige Reira Shimada gab zu, "etwas beunruhigt" zu sein. "Aber diese Bauern haben sich so bemüht, dieses Gemüse anzubauen", sagte Shimada und erklärte, es auch ihrer einjährigen Tochter zum Essen geben zu wollen.

"Das ist alles sehr schmerzvoll"

Doch betroffene Bauern selbst zweifeln offenbar an der Unbedenklichkeit ihrer Produkte. Hideo Takahashi baut seit 30 Jahren in dem japanischen Dorf Iitate Brokkoli an. Seit mehreren Generationen bestellt seine Familie hier im Nordosten das Land. Doch nun ist alles anders: Iitate liegt 40 Kilometer vom zerstörten Atomkraftwerk Fukushima entfernt. Dieses Jahr wird Takahashi keinen Brokkoli ernten. Er und einige seiner Kollegen haben sich dagegen entschieden, denn im Boden ihres Dorfs wurden hohe Werte radioaktiven Cäsiums entdeckt. "Ich weiß nicht einmal, was morgen oder in einem oder in zwei Jahren mit uns passieren wird. Das ist alles sehr schmerzvoll", sagt Takahashi.

Selbst Japans Ministerpräsident Naoto Kan hatte die Provinz Fukushima im März aufgefordert, kein Gemüse und keine Rohmilch mehr zu verkaufen. Die Behörden hatten hohe Strahlenwerte in den Produkten gefunden. Sie warnten davor, Blattgemüse zu essen. Erst am vergangenen Freitag hoben die Behörden das Verkaufsverbot für einzelne Feldfrüchte aus bestimmten Gebieten auf. Am selben Tag erweiterte China allerdings wegen möglicher radioaktiver Belastung sein Einfuhrverbot für bestimmte Lebensmittel aus Japan. Die Europäische Union hat bisher keine Informationen, dass radioaktiv kontaminierte Lebensmittel aus Japan nach Europa gelangt sind.

Takahashi macht sich Sorgen, doch er will in Iitate bleiben. "Ich habe noch nie darüber nachgedacht, diesen Ort zu verlassen." Ratlos ist auch sein Kollege Saichi Sato: "Unsere Familie hat eine derartige Krise noch nie erlebt", so der Bauer, der seinen Betrieb in der 17. Generation führt. Sato baut Reis, Spinat, Tomaten und weitere Gemüsesorten an. Er beschäftigt sich mit ökologischer Landwirtschaft. "Ich versuche, mich zu beruhigen und weiterzumachen." Die Regierung hat Entschädigungen für die Verluste versprochen. Doch manche Bauern sind misstrauisch. Der Viehhalter Yukio Kanno vermutet: "Sie werden es sich nicht leisten können, so vielen Bauern und Milchproduzenten Geld zu geben."

"Auf geht's, Iwaki!" ist nicht die einzige PR-Aktion für landwirtschaftliche Produkte aus dem Katastrophengebiet. Die Kantine des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Wohlfahrt hat an diesem Dienstag Gemüse aus der Präfektur Fukushima auf dem Speiseplan, um die Landwirtschaft dieser Region zu unterstützen. Auf den Teller kamen Gurken, Tomaten, Lauch und Mitsuba - Gemüsesorten, die derzeit keinerlei Ausfuhrbeschränkungen unterliegen.

"Das schmeckt sehr lecker"

Arbeitsminister Ritsuo Hosokawa, der kurz nach 12 Uhr zum Mittagessen erschien, wählte "Saures Geschnetzeltes vom Schwein" mit Tomaten und Gurken. Er wirkte laut Nachrichtenagentur Jiji begeistert: "Das schmeckt sehr lecker, und es wäre schön, wenn wir noch mehr auf dem Speiseplan hätten."

Das Ministerium für Inneres und Telekommunikation gab bekannt, ab Mittwoch eine ähnliche Kampagne zu starten. Dann soll vermehrt Gemüse aus den Präfekturen Fukushima, Ibaraki, Tochigi, Gunma und Chiba, die allesamt unter den Ausfuhrbeschränkungen leiden, auf den Speiseplan der Kantine - um die Sicherheit dieser Nahrungsmittel zu propagieren.

Auch in der freien Wirtschaft sind diese Woche einige ähnliche Aktionen gestartet. So will der Landwirtschaftsmaschinen-Hersteller Kubota für seine Kantinen in insgesamt 13 Filialen vermehrt Gemüse und Reis aus Fukushima, aber auch anderen betroffenen Präfekturen wie Ibaraki verwenden.

Doch nicht alle schwenken auf diese Linie ein: Die Lebensmittelkonzerne Kagome sowie DelMonte Japan wollen laut "Mainichi Shimbun" keine Tomaten aus Fukushima mehr für ihre Dosenprodukte verwenden. Wie am Montag bekannt wurde, planen die Unternehmen, von ihren Verträgen mit den örtlichen Produzenten zurücktreten. Es wird davon ausgegangen, dass dies eine Reaktion auf die radioaktive Verstrahlung bestimmter Gemüsesorten ist. "Das ist sehr schade, zumal Tomaten von den Ausfuhrbeschränkungen nicht betroffen sind", kommentierte das Ministerium für Land-, Forst- und Wasserwirtschaft der Präfektur Fukushima diese Entscheidung.

Die Presseabteilung von Kagome erklärte: "Aufgrund der Tatsache, dass die Sicherheit der gesamten Präfektur immer noch nicht garantiert ist und auch wegen der Stromrationierungen mit Produktionsausfällen zu rechnen ist, haben wir uns schweren Herzens zu diesem Schritt entschieden."

Mitarbeit: Rosa Vollmer, mit Material von dpa und AFP

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1. Hier könnte Ihre Werbung stehen!
jan78 12.04.2011
Die durch und durch geradezu devote Haltung der Japaner gegenüber ihrer Regierung, Tepco und weiterer fragwürdiger "Autoritäten" wird sie früher oder später ins Verderben führen. Leider.
2. Wann endlich Konsequenzen!
doc 123 12.04.2011
Zitat von sysopJapan bewertet die*Atomkatastrophe in Fukushima*jetzt mit der höchsten Gefahrenstufe - das entspricht Tschernobyl-Niveau. Trotzdem versucht die Regierung, mit plumpen PR-Aktionen Optimismus zu verbreiten: Sprecher Edano beißt beherzt in eine Tomate aus der verstrahlten*Region. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,756602,00.html
Zunächst hielt ich diese Maßnahme als ich die im TV sehen konnte noch als FAKE, offensichtlich ist diese jedoch offensichtlich auch noch Ernst gemeint. Wann zieht das japanische Vok endlich seine Konsequenzen? Es ist einfach nicht mehr auszuhalten, dass einerseits nach Wochen der Super-Mega-Gau immerhin zu INES 7 erklärt wurde, jedoch keinerlei weiteren Maßnahmen zum Schutze der Bevölkerung getroffen wurde. Man stelle sich eine derartige Situation in unserem Lande vor! Wenigstens dann würde doch wohl das ganz offensichtliche tumbe Wahlvolk aus seiner Betäubung erwachen und entsprechende Konsequenzen ziehen, jedenfalls wäre ich mir da zumindest ganz sicher. In Japan jedoch passiert derzeit immer noch rein gar nichts, trotzdem sicherlich 100.000e dem mittelfristigen Strahlentode geweiht sind. - Wie dämlich darf man als einfacher Japaner eigentlich sein, wie sich eigentlich verdummen lassen, bevor man die Regierung vom Hofe jagt!
3. roten erdbeeren machen froh
neuroheaven 12.04.2011
also von "beherzter biss in die erdbeere" kann ja wohl keine rede sein. die anwiderung springt ihm fast aus den augen
4. deutsche Medien
nici2412 12.04.2011
Stimmt, die Verantwortlichen und Medien sollten lieber eine Hysterie wie hier in Deutschland schnüren, damit es zur Massenpanik, die häufig zu weiteren Toten führt, kommt. Ich hoffe inständig, dass ein solch tragisches Ereignis niemals in Deutschland stattfindet. Die Medien hier hätten viele Tote zu verantworten.....
5. für mich unfassbar
Gebetsmühle 12.04.2011
Zitat von sysopJapan bewertet die*Atomkatastrophe in Fukushima*jetzt mit der höchsten Gefahrenstufe - das entspricht Tschernobyl-Niveau. Trotzdem versucht die Regierung, mit plumpen PR-Aktionen Optimismus zu verbreiten: Sprecher Edano beißt beherzt in eine Tomate aus der verstrahlten*Region. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,756602,00.html
wie unverantwortlich muss ein mensch sein, hoch verstrahltes gemüse und obst aus einer katastrophenregion als "sehr lecker" anzupreisen? dafür fehlt mir absolut jedes verständnis. das schlägt dem fass den boden aus. man möchte kaum glauben, was man so liest. ich habe nix dagegen, wenn das zeug in japans regierungskantine verfüttert wird, aber nach europa darf auf keinen fall irgendwas davon, schon gar nicht ohne klare herkunftsbezeichnung. haben die denn alle den verstand verloren?
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Von Sievert bis Becquerel: Kleines Lexikon der Strahlenmessung
Alpha-, Beta- und Gammastrahlen
Manche Atomkerne von chemischen Elementen sind instabil und zerfallen deshalb. Sie werden als radioaktiv bezeichnet. Die Zerfallsprozesse können unterschiedlicher Natur sein. Die Strahlung, die zerfallende Elemente aussenden, wird in drei Arten unterschieden: Während Alpha- und Betastrahlung aus Partikeln bestehen, handelt es sich bei Gammastrahlung um elektromagnetische Wellen, ähnlich der Röntgenstrahlung. Allerdings ist ihre Wellenlänge viel kleiner und die Strahlen sind somit extrem energiereich. Alphastrahlung besteht aus positiv geladenen Helium-Kernen, die aus zwei Protonen und zwei Neutronen aufgebaut sind. Betastrahlen bestehen aus Elektronen. Sie entstehen, wenn sich ein Neutron in ein Proton und ein Elektron umwandelt, das vom Atomkern abgestrahlt wird.
Becquerel: Einheit der Aktivität
Eine Substanz ist dann radioaktiv, wenn sie zerfällt und dabei Strahlung aussendet. Um anzugeben, wie stark eine radioaktive Substanz strahlt, benutzt man den Begriff der Aktivität (A). Sie wird in Becquerel (Bq) gemessen und gibt die Strahlung an, die eine Substanz innerhalb einer bestimmten Zeit durch Zerfall erzeugt. Per Definition entspricht ein Becquerel einem Zerfall pro Sekunde. Je schneller eine Probe zerfällt, desto intensiver strahlt sie also.
Gray: Einheit der Energiedosis
Weiß man, wie stark eine radioaktive Substanz strahlt, sagt das noch nichts darüber aus, wie sich die Strahlung auf den Körper auswirkt. Dafür ist es wichtig zu bestimmen, wie viel Energie von einer bestimmten Masseneinheit des Körpers absorbiert wird. Angegeben wird die absorbierte Energiedosis (D) in der Einheit Gray (Gy), wobei ein Gray der Energiemenge von einem Joule pro Kilogramm entspricht.
Sievert: Einheit der Äquivalentdosis
Um die biologische Wirksamkeit der radioaktiven Strahlung auf den Körper anzugeben, benutzt man anstelle der Energiedosis den Begriff der Äquivalentdosis (H). Sie berücksichtigt die Tatsache, dass verschiedene Arten von Strahlen ganz unterschiedliche Wirkungen auf den Körper haben. So ionisiert Alphastrahlung bei weitem mehr Moleküle als etwa Betastrahlen - und richtet deshalb eine größere Zerstörung im Körper an. Daher wird jede Strahlungsart mit Hilfe einer physikalischen Größe gewichtet, dem sogenannten Strahlenwichtungsfaktor. Gemessen wird die Äquivalentdosis in Sievert (Sv). Sie ergibt sich aus der Multiplikation der Energiedosis mit dem Strahlenwichtungsfaktor. 1 Sievert (Sv) sind 1000 Millisievert (mSv). 1 Millisievert sind 1000 Mikrosievert (µSv).
Sievert pro Zeit: Einheit der Strahlenbelastung
Um die Auswirkungen von radioaktiver Strahlung auf den Körper genauer einschätzen zu können, ist es wichtig zu wissen, wie lange eine bestimmte Dosis auf den Körper einwirkt. Daher wird die Strahlenbelastung meist in Sievert pro Zeiteinheit gemessen. Also etwa Millisievert pro Jahr oder Mikrosievert pro Stunde. Die durchschnittliche natürliche Strahlenbelastung liegt in Deutschland bei 2,1 Millisievert pro Jahr, also 0,24 Mikrosievert pro Stunde. Im Schnitt kommen zwei Millisievert pro Jahr durch künstliche Quellen von Radioaktivität hinzu. Den Löwenanteil dazu steuert die Medizin bei.
Von Becquerel zu Sievert: Der Dosiskonversionsfaktor
Die Strahlenbelastung von Böden oder in Lebensmitteln etwa wird in Becquerel pro Quadratmeter oder Becquerel pro Kilogramm angegeben. Doch was bedeutet dieser Wert für die Auswirkungen auf den Körper? Um eine Beziehung zwischen Aktivität und Äquivalentdosis herstellen zu können, gibt es den sogenannten Dosiskonversionsfaktor. Er hängt unter anderem von der Art der Strahlung und der radioaktiven Substanz ab, sowie von der Art, wie die Strahlung in den Körper gelangt (Inhalieren, Aufnahme durch die Nahrung). So entspricht die Aufnahme von 80.000 Becquerel Cäsium 137 mit der Nahrung einer Strahlenbelastung von etwa einem Millisievert. Der Verzehr von 200 Gramm Pilzen mit 4000 Becquerel Cäsium 137 pro Kilogramm hat beispielsweise eine Belastung von 0,01 Millisievert zur Folge. Das lässt sich mit der Belastung durch Höhenstrahlung bei einem Flug von Frankfurt nach Gran Canaria vergleichen.
EU-Grenzwerte für Nahrungsmittel
Nach der Tschernobyl-Katastrophe hatte die EU Grenzwerte für den Import von Lebensmitteln aus jenen Ländern geregelt, die durch das Atom-Unglück kontaminiert wurden. Zusätzlich hat die EU am 26. März 2011 weitere Grenzwerte für Importe aus Japan festgelegt - die Grenzen wurden jedoch als zu lasch kritisiert. Am 8. April reagierte die EU - und passte die Grenzen an japanische Normen an. Für Cäsium 134 und Cäsium 137 gilt künftig bei Lebensmitteln ein Grenzwert von 500 Becquerel pro Kilogramm. Bei Säuglings- und Kindernahrung senkte Brüssel den Grenzwert für Cäsium von 400 auf 200, für Jod von 150 auf 100 Becquerel.


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