Katholische Kirche Erzbistum Berlin stellt Missbrauchsbericht vor

Im katholischen Erzbistum Berlin sollen seit 1947 mindestens 31 Geistliche, Ordensangehörige und Kirchenmitarbeiter sexuell übergriffig geworden sein. In fünf Fällen wird derzeit ermittelt.


Berlin - Das Erzbistum Berlin hat seinen aktualisierten Missbrauchsbericht für das Jahr 2014 herausgegeben. Demnach sollen sich von 1947 bis Ende Dezember 2014 insgesamt 31 Geistliche, vom Erzbischof beauftragte Ordensangehörige sowie Mitarbeiter im Kirchendienst des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht haben.

Einige Beschuldigte seien bereits gestorben, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Bericht. Im Jahr 2014 seien drei neue Vorwürfe erhoben worden. In fünf Fällen werde von der Justiz beziehungsweise von der Kirche ermittelt. Im letzten Jahr waren es noch sieben Verfahren.

Bislang erhielten den Angaben zufolge 16 Opfer wegen des erfahrenen Leids eine finanzielle Entschädigung. Insgesamt seien 77.000 Euro gezahlt worden, laut Bistumssprecher Stefan Förner außerdem 13.099 Euro als Erstattung für psychotherapeutische Leistungen.

Nicht erfasst wurden in dem Bericht Verdachtsfälle, die bei religiösen Orden im Erzbistum eingingen. Damit sind auch die zahlreichen Missbrauchsfälle aus den Siebziger- und Achtzigerjahren am Berliner Jesuiten-Kolleg Canisius, die 2010 erstmals öffentlich wurden, explizit nicht in diesem Bericht enthalten.

ala/dpa



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