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Katholische Kirche: Papst kritisiert Feminismus

Mit scharfen Worten soll Papst Johannes Paul II. den "weltweiten Feminismus" attackiert haben. Der Vatikan wirft dem Feminismus Medienberichten zufolge vor, "die biologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau abzuschaffen". Zudem heißt es, sexuelle Freizügigkeit sei kein Symbol für die Befreiung der Frau.

Papst Johannes Paul II.: Sexuelle Freizügigkeit ist kein Symbol für die Befreiung der Frau
DPA

Papst Johannes Paul II.: Sexuelle Freizügigkeit ist kein Symbol für die Befreiung der Frau

Hamburg - Der Papst äußere sich in einem 37-seitigen "Brief über die Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Weltkirche", der morgen veröffentlicht werden soll, berichtet die "Bild"-Zeitung. Darin heiße es, der Feminismus schaffe die "biologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau" ab.

Die Frauenbewegung verstehe die Gleichberechtigung von Mann und Frau falsch, berichtet das "Hamburger Abendblatt" unter Berufung auf das Dokument, das von einer durch Kardinal Joseph Ratzinger geleiteten Glaubenskongregation verfasst worden sein soll. Sexuelle Freizügigkeit sei kein Symbol für die Befreiung der Frau.

Auch auf das Thema Homosexualität geht Johannes Paul II. den Berichten zufolge ein. Im zweiten Kapitel werde daran erinnert, "dass Gott eine christliche Ehe gewollt hat, eine Ehe zwischen einem Mann und einer Frau, die sich ergänzen sollen", und nicht eine Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern.

In dem Schreiben appelliere der Papst auch an die Regierungen, "Bedingungen zu schaffen, die dazu führen, dass Frauen ihre Pflichten in der Familie nicht vernachlässigen müssen, wenn sie einem Job nachgehen". Frauen müsse die Gelegenheit gegeben werden, Job und Familie gleichzeitig zu leben.

In der Kirche seien Frauen unersetzlich, heiße es im vierten Kapitel. Die katholische Kirche habe durch die Verehrung Marias bewiesen, wie hoch sie Frauen schätze, berichtet das "Abendblatt" weiter. "Maria ist ein Vorbild, auf das wir schauen müssen, was Geduld und Vertrauen angeht und die Fähigkeit zuzuhören", zitiert das Blatt aus dem Brief. Von Seiten einiger katholischer Ordensfrauen sei das Papier bereits kritisiert worden, weil nicht daraus hervorgehe, dass hauptsächlich Frauen die schwere Arbeit in kirchlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Schulen, Altenheimen und Kindergärten verrichten.

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