Katholische Kirche Papst Franziskus setzt Ausschuss gegen Kindesmissbrauch ein

Kaum etwas belastet die Kirche derart, wie die Tausenden Missbrauchsfälle durch Geistliche. Ein neues Gremium soll sich nun um einen besseren Schutz von Minderjährigen kümmern. Zudem soll die Befähigung von Anwärtern für das Priesteramt besser überprüft werden.

Papst Franziskus: Weiter auf Reformkurs
Getty Images

Papst Franziskus: Weiter auf Reformkurs


Rom - Papst Franziskus hat ein neues Gremium zum Schutz Minderjähriger vor Missbrauch eingerichtet. Angekündigt wurde der Vorstoß von Kardinal Sean Patrick O'Malley, Erzbischof von Boston und Mitglied der achtköpfigen Kardinalskommission, die von Franziskus beauftragt wurde, Vorschläge für eine Kurienreform zu erarbeiten.

Die Zusammensetzung und die Aufgaben des Gremiums sollen in Kürze kommuniziert werden. Zu den wichtigsten Anliegen gehört es aber ersten Berichten zufolge, den Kontakt mit Missbrauchsopfern zu halten, in Zusammenarbeit mit den Bistümern über zukünftige Maßnahmen nachzudenken sowie kompetentes Personal - auch unter Laien - zur Durchsetzung neuer Initiativen zu finden.

O'Malley zufolge wird es zudem neue Richtlinien geben für den Schutz der Kinder und für die Prävention von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche. Auch sollen alle, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, besser ausgebildet und vorbereitet werden.

Engere Zusammenarbeit mit Behörden

Tatsächlich soll wohl auch die individuelle Befähigung der Anwärter zum Priesteramt besser evaluiert werden. Außerdem will Franziskus die Zusammenarbeit mit den weltlichen Strafverfolgungsbehörden intensivieren.

Franziskus hatte die achtköpfige Kommission bereits einen Monat nach seinem Amtsantritt einberufen, die eine Kurienreform vorantreiben soll. Unter den Mitgliedern ist auch der Münchner Erzbischof Reinhard Marx. Seit Oktober werden Dokumente gesichtet und Grundfragen geklärt, wie der Verwaltungsapparat der römisch-katholischen Kirche neu organisiert werden könnte.

Der Papst hatte zudem kurz nach Beginn seines Pontifikats im März angekündigt, härter gegen Kindesmissbrauch in der Kirche vorzugehen. Im Juli unterzeichnete er ein Dekret, wonach nun alle Straftaten gegen Minderjährige verfolgt werden sollen - vom Herunterladen kinderpornografischer Inhalte aus dem Internet bis zu sexuellem Missbrauch.

ala/bim

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Loddarithmus 05.12.2013
1. Wie jetzt?
Er unterzeichnete ein Dekret, wonach nun alle Straftaten gegen Minderjährige verfolgt werden sollen? Da braucht man sich nur an die bestehenden Gesetze zu halten, da braucht es keine eigene Verfolgung. Und ob es einem Missbrauchsopfer dient, wenn der Kontakt zu den Täterkreisen weiter aufrecht erhalten bleiben soll, kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen. Tragt Sorge dafür, dass keine Kontakte unter 4 Augen stattfinden (inkl. Beichtveranstaltung), das ist die beste Vorbeugung.
chris- 05.12.2013
2.
Zitat von LoddarithmusEr unterzeichnete ein Dekret, wonach nun alle Straftaten gegen Minderjährige verfolgt werden sollen? Da braucht man sich nur an die bestehenden Gesetze zu halten, da braucht es keine eigene Verfolgung. Und ob es einem Missbrauchsopfer dient, wenn der Kontakt zu den Täterkreisen weiter aufrecht erhalten bleiben soll, kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen. Tragt Sorge dafür, dass keine Kontakte unter 4 Augen stattfinden (inkl. Beichtveranstaltung), das ist die beste Vorbeugung.
Egal wie zu dem Thema kann die Kirche es niemanden mehr recht machen wie? Hilft das den Opfern denn mehr? Ich finde es gut der aktuelle Papst packt dieses Thema an und dafür hat er sehr wohl Respekt verdient! Auch wenn das schon längst passieren hätte sollen bzw. es nie soweit hätte kommen dürfen.
derandersdenkende 05.12.2013
3. Hat der gute Franziskus tatsächlich
Zitat von sysopGetty ImagesKaum etwas belastet die Kirche derart, wie die Tausenden Missbrauchsfälle durch Geistliche. Ein neues Gremium soll sich nun um einen besseren Schutz von Minderjährigen kümmern. Zudem soll die Befähigung von Anwärtern für das Priesteramt besser überprüft werden. http://www.spiegel.de/panorama/katholische-kirche-papst-setzt-ausschuss-gegen-kindesmissbrauch-ein-a-937416.html
in den Reihen der katholischen Kirche jemanden gefunden, den er mit dieser Aufgabe betrauen konnte? Oder hat er gleich anderweitig gesucht? Schließlich ist er der erste Papst seit langem, dem man Ernsthaftigkeit beim Ausmisten des eigenen Stalles unterstellen darf! Bei den einfachen Arbeitern im Weinberg des Herrn stand das sicher nicht in der Stellenausschreibung!
spiegelfrauchen 05.12.2013
4. Nicht nur die katholische Kirche .....
sollte sich Aufklärung , Konsequenz und Ehrlichkeit auf ihre Fahnen schreiben . Wenn man an den grausamen Missbrauch durch einen Erzieher in einer evangelischen Kindertagesstätte in Hamburg denkt , dann stehen einem die Nackenhaare zu Berge . Personelle Konsequenzen ? Aufsichtsplichtverletzung ? Fürsorge ? Politische Verantwortung ? Fehlanzeige ! Es ist erschreckend und erbärmlich , dass die Kinder nicht besser geschützt werden .
Ferenc 05.12.2013
5. Heuchelei und Lüge!
Dieser Franziscus heuchelt und lügt schon wieder das sich die Balken biegen! Sein angekündigtes Vorhaben ist nämlich genau wie sein Verlangen nach einer "Armen Kirche" Inhalts und Substanz loses PR Gewäsch. In dem einen Fall ändert sich nämlich nichts an dem entsetzlich reichen, geldgierigen, Protz und prunksüchtigen multinationalen Konzern Kirche, und im anderen Falle der grauenvollen Seuche von weltweit über 100 000 von katholischen Klerikernm geschändeten Kindern, ist, er verschweigt diesen wesentlichen Umstand, weiter das vom 23. Johannes herausgegebene, und von allen Päpsten seither erneuerte, und von allen Bischöfen und Kardinälen weltweit unterzeichnete Dokument, welches die Anzeige klerikaler Kinderschänder bei Strafe bis zur Exkommunikation verbietet in Kraft. Also ein weiterer heuchlerischer PR Akt sonst nichts.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.