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Kein Geld für Tickets Bahn lässt "Costa Concordia"-Überlebende stehen

Havarierte "Costa Concordia": Unglück im MittelmeerZur Großansicht
REUTERS

Havarierte "Costa Concordia": Unglück im Mittelmeer

Sie verloren Papiere und Bargeld bei der Havarie der "Costa Concordia", doch auf einem Frankfurter Bahnhof gab es trotzdem kein Erbarmen für zwei Eheleuten aus dem Westerwald. Ohne Ticket keine Fahrt, entschied ein Mitarbeiter der Bahn.

Frankfurt/Main - Das Unglück auf der "Costa Concordia" haben der 70-jährige Erwin Bleser und seine 66-jährige Frau überlebt - doch an einem Mitarbeiter der Bahn ist das Ehepaar aus dem Westerwald gescheitert.

Der Mitarbeiter wies die Schiffbrüchigen am Kartenschalter ab, weil sie kein Geld dabei hatten. Am Morgen bat die Bahn um Entschuldigung - reichte einen Teil der Verantwortung aber an den Reiseveranstalter weiter.

Der Vorstand habe inzwischen mit Bleser und seiner Frau gesprochen, teilte die Bahn mit. Statt der Bundespolizei am Fernbahnhof des Frankfurter Flughafens die Notlage zu schildern, hätten die beiden mit dem Zugpersonal verhandelt, das für solche Situationen nicht ausgebildet sei. "Generell muss der Reiseveranstalter sicherstellen, dass seine Gäste in einem solchen Fall nach Hause kommen", sagte ein Bahnsprecher.

Das Ehepaar war nach dem Unglück mit einem Reisebus von Italien nach Frankfurt gebracht worden. Von dort aus wollten die Eheleute mit dem ICE nach Montabaur im Westerwald fahren. "70 Euro sollten wir zahlen für die beiden Karten", sagt Bleser. "Aber greifen Sie mal einem nackten Mann in die Tasche." Geld und die bezahlten Rückfahrkarten lägen auf dem Schiffswrack vor der Insel Giglio. "Es wäre eine einfache Sache gewesen für den Mitarbeiter zu sagen: 'Steigen Sie in den Zug ein, das geht schon in Ordnung.'"

In leichter Bekleidung und Hausschuhen habe man entkräftet am Bahnhof gestanden, so Bleser. "Wir waren seit Freitagmorgen auf den Beinen und hatten keinen Schlaf bekommen." Schließlich sei ihr Sohn gekommen und habe sie mit dem Auto nach Hause gebracht.

hut/dpa

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insgesamt 428 Beiträge
Berg 21.01.2012
Der Sog der Traumschiffreisen ist so gewaltig, dass sich jährlich über 1 Mio Deutsche auf eine solche begeben. Und weitere Millionen werden es wohl erträumen. (Flugreisen halten auch unvermindert an - trotz Fluzeugabstürzen.) [...]
Der Sog der Traumschiffreisen ist so gewaltig, dass sich jährlich über 1 Mio Deutsche auf eine solche begeben. Und weitere Millionen werden es wohl erträumen. (Flugreisen halten auch unvermindert an - trotz Fluzeugabstürzen.) Abgesehen von der Schuldfrage, dem Rettungsmanagement, wo es viel zu beanstanden und zu verurteilen gibt, ist die Bilanz dieser Havarie eher positiv: nur um die 1% Tote. Und so wie das Schiff liegt, könnten heute noch alle lebendig obenauf sitzen. Das "Geschäft mit Kreuzfahrten" ist erst einmal nur für die Reederei beschädigt: materielle Verluste in die Hundertemillionen, zusätzliche Auflagen für künftige Fahrten, Personalverluste. Die Kreuzfahrtfans werden sich davon nicht abhalten lassen. Ein bisschen prickelnde Gefahr darf doch dabei sein.....
michaelslo 21.01.2012
Das Geschäft wird keinen Schaden nehmen. So lange es Leute gibt, die genug Geld haben, um "anderen" Urlaub zu machen, werden die Kreuzfahrtschiffe wieder voll belegt sein, genauso wie kurz nach dem Tsunami wieder [...]
Zitat von sysopDas Schiffsunglück vor der italienischen Küste brachte vielfältige Debatten über die Sicherheit an Bord von Kreuzfahrtschiffen in Gang. Zuvor schon waren die Meeresgiganten wegen ihres hohen Schadstoffausstoßes ins Gerede gekommen. Bekommt die Boom-Branche Probleme? Schadet nun die Havarie dem Geschäft mit den Kreuzfahrten?
Das Geschäft wird keinen Schaden nehmen. So lange es Leute gibt, die genug Geld haben, um "anderen" Urlaub zu machen, werden die Kreuzfahrtschiffe wieder voll belegt sein, genauso wie kurz nach dem Tsunami wieder Touristen in Phuket waren, um die Katastrophe aus nächster Nähe zu sehen oder auch aktuell im umkämpften Grenzgebiet zwischen Äthiopien/ Eritrea werden kurz vor dem Burnout stehende gut Betuchte eine Wüstensafari machen, um sich zu "erholen".
berbatof 21.01.2012
Etwas sehr krasse Konstruktion... ...aber solange man von Käpt´n Schmierhahn und seinen Bagaluten dorthin kutschiert wird :-)
Zitat von michaelslo... aktuell im umkämpften Grenzgebiet zwischen Äthiopien/ Eritrea werden kurz vor dem Burnout stehende gut Betuchte eine Wüstensafari machen, um sich zu "erholen".
Etwas sehr krasse Konstruktion... ...aber solange man von Käpt´n Schmierhahn und seinen Bagaluten dorthin kutschiert wird :-)
derflieger 21.01.2012
Ein sehr hochbordiges Schiff mit pseudo-historischen Designanleihen, aber die Frontansicht lässt bei einem gewisse Zweifel an der Stabilität aufkommen. Ich zähle 18 Rettungsboote. Mit 5000 Leuten an Bord heisst das, das diese [...]
Ein sehr hochbordiges Schiff mit pseudo-historischen Designanleihen, aber die Frontansicht lässt bei einem gewisse Zweifel an der Stabilität aufkommen. Ich zähle 18 Rettungsboote. Mit 5000 Leuten an Bord heisst das, das diese Boote sehr gross sein müssen, jedes dürfte an die 300 Personen fassen, in Ölsardinenbepackung. Solche Riesenrettungsboote habe ich auf anderen Schiffen noch nicht gesehen. Tolle Fotos übrigens. Der Riese hinter dem Dorf, wunderbar.
angela_merkel 21.01.2012
Die Frage verstehe ich nicht. Dank des guten Krisenmanagements gab es doch kaum Tote (ca. 20, oder ?) unter den 5000 Passagieren. Bei jeden Flugzeugabsturz kommt ein Vielfaches an Leuten ums Leben.
Die Frage verstehe ich nicht. Dank des guten Krisenmanagements gab es doch kaum Tote (ca. 20, oder ?) unter den 5000 Passagieren. Bei jeden Flugzeugabsturz kommt ein Vielfaches an Leuten ums Leben.
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  • Google Earth/ DigitalGlobe
    Die Lage der havarierten "Costa Concordia"




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