Kenia Acht seltene Nashörner sterben bei Umsiedlungsaktion

In Kenia haben mehrere seltene Nashörner den Umzug in einen anderen Nationalpark nicht überlebt. Offenbar wurde den Tieren das salzige Wasser in ihrer neuen Umgebung zum Verhängnis.

Spitzmaulnashorn
REUTERS

Spitzmaulnashorn


In Kenia sind acht Spitzmaulnashörner nach einer Umsiedlung verendet. Die Tiere wurden kürzlich von der kenianischen Wildtierbehörde (KWS) mit Unterstützung der Tierschützer des WWF in den östlichen Tsavo-Nationalpark verlegt, um den Erhalt der vom Aussterben bedrohten Art zu fördern.

Ersten Untersuchungen zufolge starben acht der elf verlegten Tiere in Folge einer Salzvergiftung, wie das Ministerium für Tourismus und Wildtiere mitteilte. Die Nashörner waren im Juni vom Nairobi-Nationalpark und vom Lake-Nakuru-Nationalpark in den Ost-Tsavo-Nationalpark transportiert worden.

Das salzigere Wasser in ihrer neuen Umgebung könne bei Tieren ein Durstgefühl auslösen, wodurch sie noch mehr trinken und schließlich eine Salzvergiftung erleiden würden. Weitere Untersuchungen seien eingeleitet und alle anstehenden Umsiedlungen zunächst untersagt, so das Ministerium. Von 2005 bis 2017 seien 149 Nashörner umgesiedelt worden, nur acht seien dabei verendet.

Wildtiere dieser Größe umzusiedeln sei extrem herausfordernd, hieß es vom WWF. "Man geht das Risiko nur ein, weil solche Umsiedlungen die einzige Möglichkeit sind, die Art dauerhaft zu erhalten", sagte der Nashornexperte der Organisation, Johannes Kirchgatter.

"Zu einer Zeit, in der trotz aller Schutzmaßnahmen im Schnitt noch drei afrikanische Nashörner am Tag wegen ihres Horns gewildert werden, ist jeder Verlust besonders schmerzlich", sagte Kirchgatter. Die prominente kenianische Tierschützerin Paula Kahumbu bezeichnete den Verlust als "komplettes Desaster."

Schätzungen zufolge gibt es weltweit nur noch rund 5000 Spitzmaulnashörner. Sie leben in Namibia, Südafrika, Simbabwe und Ostafrika. Rhinozerosse werden von Wilderern wegen ihrer Hörner getötet. Diese werden illegal für teures Geld nach Asien verkauft, wo sie als Ornamente oder als Zutat traditioneller Medizin begehrt sind.

bbr/dpa/AFP/AP

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