Kenia Mann verlangt Schadensersatz für Sex-Streik

Welche negativen Folgen hat eine Woche ohne Sex? Mit dieser Fragen muss sich jetzt ein Gericht in Kenia beschäftigen. Ein Mann verklagt die Organisatorinnen eines politischen Sex-Boykotts. Der Grund: Die Aktion habe ihm schlaflose Nächte bereitet und zu Rückenschmerzen geführt.


Nairobi - James Kimondo fordert Schadensersatz für eine Woche ohne Beischlaf. Er verklage die Anführerinnen der Organisation G10 wegen ihres Aufrufs zum Protest per Sex-Boykott, sagte er vor dem Hohen Gericht in Nairobi. "Meine Frau hat mir meine ehelichen Rechte verweigert", erklärte Kimondo. "Das hat mir Stress und schlaflose Nächte beschert." Außerdem habe er als Folge des Sex-Boykotts unter Rückenschmerzen und Konzentrationsschwäche gelitten.

Mit dem Sex-Boykott wollten Frauengruppen die führenden Politiker des Landes zu einer Versöhnungspolitik ihrer verfeindeten Stämme bewegen. Die Protestaktion endete am Mittwoch und war nach Angaben der Organisatoren ein Erfolg. Die kenianische Politik wird durch die Rivalität von Präsident Mwai Kibaki und Ministerpräsident Raila Odinga gelähmt.

Beide Politiker hatten sich Anfang 2008 nach blutigen Unruhen auf die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit verständigt. Bei den Stammesunruhen nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl waren zuvor mehr als tausend Menschen getötet worden. Seither kommt es in Kenia immer wieder zu Spannungen.

Für die ungewöhnliche Protestaktion gibt es ein antikes Vorbild: In seiner Komödie Lysistrata beschreibt der griechische Dichter Aristophanes 411 vor Christus, wie sich die Frauen Spartas und Athens mit Erfolg zu einem Liebesboykott verschwören, um den Frieden zu erzwingen.

sac/AFP



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