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Zugunglück in Belgien: Kesselwagen mit giftigen Chemikalien explodiert

Brennender Unglückszug in Belgien: Schwarze Rauchsäule über dem Ort Wetteren Zur Großansicht
AFP

Brennender Unglückszug in Belgien: Schwarze Rauchsäule über dem Ort Wetteren

Bei einem Zugunglück in Belgien sind in der Nacht drei mit Chemikalien beladene Kesselwagen explodiert. Ein Anwohner kam ums Leben, 17 weitere Menschen wurden verletzt. Noch am späten Nachmittag loderten an der Unfallstelle die Flammen, stundenlang traten giftige Dämpfe aus.

Brüssel - Bei der Explosion dreier Kesselwagen eines Güterzuges mit giftigen Chemikalien ist in Belgien ein Mensch ums Leben gekommen, 17 andere wurden verletzt. Das teilte die Pressestelle der Provinz Ost-Flandern mit.

Am frühen Morgen gegen 2 Uhr waren sechs Kesselwagen eines insgesamt 13 Tankwaggons zählenden Güterzugs aus noch unbekannter Ursache im Ort Wetteren östlich von Gent entgleist und umgestürzt. Dabei kam es zu der Explosion und zu einem heftigen Brand.

Das Feuer breitete sich über mehrere hundert Meter aus, wie auf im Fernsehen verbreiteten Amateurvideos zu sehen war. "Wir hörten einen lauten Knall und sahen dann Flammen", sagte eine Anwohnerin dem Fernsehsender RTL-TVI.

Der Zugführer schlug unmittelbar nach dem Unfall Alarm, so dass die Feuerwehr schnell zur Stelle war. Sie ließ die drei Kesselwagen auch am späten Nachmittag noch kontrolliert abbrennen. Damit soll eine Ausbreitung der giftigen Substanzen verhindert werden. Eine schwarze Rauchsäule war den ganzen Tag über dem Ort zu sehen.

Die Behörden ordneten die Räumung aller Häuser und Wohnungen in einem Umkreis von 500 Metern an. Rund 250 Menschen wurden in einem Gemeindehaus untergebracht. Andere Einwohner wurden angewiesen, daheim zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten.

Jan Briers, Gouverneur der Provinz Ost-Flandern, wollte Medienberichte über giftige Dämpfe als Todesursache nicht bestätigen. Dies müsse noch festgestellt werden. Bei dem Toten und den Verletzten handele es sich aber um Anwohner.

Die Rettungskräfte spülten die Kanalisation in der Umgebung der Unfallstelle durch, nachdem Chemikalien in die Siele gelaufen waren. Die Werte seien nach der Spülung wieder normal gewesen, hieß es. Zu den Chemikalien, die in Brand gerieten, gehört auch das sehr giftige und leicht entzündliche Acrylnitril, das zur Kunststoffherstellung verwendet wird.

Warum die Kesselwagen aus den Schienen sprangen, ist noch unklar. Das Unglück ereignete sich, als der Güterzug aus den Niederlanden nach einer Baustelle an einer Weiche das Gleis wechselte. Möglicherweise war er mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen. Der Zugverkehr zwischen Schellebelle und Wetteren ist seit dem Unfall unterbrochen, auch für Sonntag werden Beeinträchtigungen erwartet.

Im Mai 2012 hatten sich in Belgien zwei ähnliche Unfälle mit Güterzügen ereignet, die giftige Substanzen geladen hatten.

rls/dpa/AFP

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