Grammy-Verleihung: Rührseligkeit im Programm

Kinderchor aus Newtown: Auftritt um Auftritt Fotos
AP

Ist das nun eine tolle Geste oder abgeschmackt? Kinder aus Newtown singen im Grammy-Vorprogramm eines TV-Senders. Alles für den guten Zweck, heißt es. Allerdings häuften sich die Auftritte in den vergangenen Tagen. Bald schon, wird versichert, werde man die Kinder in Ruhe lassen.

Los Angeles - Die Verleihung der Grammys am Sonntag dürfte schon im Vorfeld ziemlich rührselig werden. Kinder aus dem Ort Newtown, wo ein Attentäter im Dezember 20 Schüler und sieben Erwachsene tötete, treten im Gala-Vorprogramm des TV-Senders E! auf. Sie sollen auch während der "Live vom roten Teppich"-Show von "American Idol"-Moderator Ryan Seacrest interviewt werden.

Es werde eine Aufzeichnung von "Over the Rainbow" gezeigt, sagte Sabrina Post, Koordinatorin des Musikprojekts. Zudem würden die Kinder live Carly Rae Jepsens "Call Me Maybe" singen. Die 21 Kinder - manche von ihnen besuchen die Sandy-Hook-Grundschule, den Ort des Amoklaufs - wollten mit ihrem Auftritt der Getöteten gedenken und dem Ort helfen, die Geschehnisse zu verkraften, sagte Post.

Im vergangenen Monat hatte der Chor mit dem Produzenten Tim Hayes "Over the Rainbow" aufgenommen. Die Version wird bei Amazon und iTunes verkauft. Die Erlöse gehen an Wohltätigkeitsorganisationen und ein Sportzentrum für Kinder in Newtown.

Kinder aus Newtown haben in den vergangenen Tagen einige Auftritte absolviert. Eine Gruppe sang mit Jennifer Hudson beim Super Bowl "America the Beautiful". Der Auftritt geriet so emotional, dass einige Spieler an der Seitenlinie den Tränen nahe waren. Der "Over the Rainbow"-Chor war bei "Good Morning America" im TV-Sender ABC zu sehen, ebenso wie bei einem Benefizkonzert, bei dem unter anderem Paul Simon spielte. Sie sangen zudem bei einem Spiel der Profi-Basketballliga NBA die Nationalhymne. Auch ein Besuch in der Show von Katie Couric ist geplant.

Bevor der Eindruck übermächtig wird, man wolle aus dem Schicksal der Kinder Kapital schlagen, bremsen sich die Verantwortlichen aber lieber. Es seien keine weiteren Aufnahmen oder Auftritte geplant, sagte Produzent Hayes. "Diese Kinder sollen wieder Kinder sein."

ulz/AP

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