Kinderpornografie Fieser Vergleich

Ein Statement zur Kinderpornografie bringt Bundesjustizministerin Brigitte Zypries anhaltenden Ärger: Opferorganisationen missbrauchter Kinder fordern inzwischen eine öffentliche Entschuldigung.


Justizministerin Zypries: "Mit diesem Vergleich hat sie so vielen Menschen weh getan"
DDP

Justizministerin Zypries: "Mit diesem Vergleich hat sie so vielen Menschen weh getan"

Berlin - In einem Beitrag über Kinderpornografie hatte die Ministerin Anfang April gesagt, dass "das, was man zum Eigengebrauch hat, nicht so strafwürdig ist, wenn es überhaupt strafwürdig ist, wie das, was man dealt". Die SPD-Politikerin fügte hinzu, das sei bekannt vom Rauschgift.

"Mit diesem Vergleich hat sie so vielen Menschen weh getan, das war zynisch und arrogant", schimpft Dagmar Minor vom Opferverband Schotterblume. Nach den ersten wütenden Briefen versuchte Zypries Ende April zu beschwichtigen: Der Satz aus einem TV-Magazinbeitrag sei aus dem Zusammenhang gerissen und überdies "missverständlich", schrieb sie zurück. Natürlich sei der Besitz dieser Bilder strafbar.

Doch die Betroffenen empfanden diese Äußerung nur als "Herausreden". Inzwischen haben über 2300 Menschen, die härtere Strafen für den Besitz von Kinderpornografie fordern, einen offenen Brief an die Ministerin unterschrieben. Der Besitz kinderpornographischen Materials wird derzeit mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe geahndet.

Caroline Schmidt



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