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Kindesmissbrauch: Irischer Premier erhebt schwere Vorwürfe gegen den Vatikan

"Abgehoben, elitär und narzisstisch": Irlands Premier Enda Kenny schimpft im Zusammenhang mit einem neuen Report auf den Vatikan. Dieser habe Kindesmissbrauch gezielt verharmlost und offizielle Untersuchungen behindert.

Premier Kenny: Vatikan stellte Reputation vor Schutz von Kindern Zur Großansicht
AP

Premier Kenny: Vatikan stellte Reputation vor Schutz von Kindern

London/Dublin - Ein Bericht aus der Diözese Cloyne erzürnt Irlands Premierminister Enda Kenny. Mit scharfen Worten kritisierte er bei einer Sondersitzung den Vatikan für seinen Umgang mit Fällen von Kindesmissbrauch. "Erstmals in Irland wird in einem Report über Kindesmissbrauch dargestellt, dass der Heilige Stuhl versucht hat, in einer souveränen Republik Untersuchungen zu behindern", sagte Kenny mit Blick auf den in der vergangenen Woche vorgestellten Bericht einer Regierungskommission.

Dieser lege offen, wie "abgehoben, elitär und narzisstisch die Kultur des Vatikan" sei, sagte Kenny. Vergewaltigung von Kindern werde heruntergespielt, stattdessen würden der Vorrang der Institution Kirche hochgehalten, ihre Macht und ihre Reputation betont.

Der sogenannte Cloyne-Report war die vierte größere Veröffentlichung innerhalb von sechs Jahren über das Vertuschen von Missbrauch in der katholischen Kirche in Irland. In der Diözese Cloyne war Bischof John Magee tätig, dessen Rücktritt Papst Benedikt XVI. im vergangenen Jahr akzeptiert hatte. Ihm war nachgewiesen worden, die Untersuchungen fehlgeleitet zu haben. Außerdem wurden ihm "Fehler beim Schutz von Kindern" vorgeworfen. Der Bericht stützt sich auf Aussagen von Opfern sexuellen Missbrauchs in der südirischen Diözese Cloyne in den Jahren 1996 bis 2009.

Das sehr katholische Irland ist in den vergangenen Jahren wiederholt von Berichten erschüttert worden, wonach katholische Würdenträger jahrzehntelang Vergewaltigungen und Misshandlungen von Minderjährigen vertuschten.

can/AFP/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 239 Beiträge
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1. Endabrechnung
kyon 20.07.2011
Zitat von sysop"Abgehoben, elitär und narzisstisch": Irlands Premier Enda Kenny schimpft im Zusammenhang mit einem neuen Report auf den Vatikan. Dieser habe Kindesmissbrauch gezielt verharmlost und offizielle Untersuchungen behindert. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,775615,00.html
Gab es da nicht mal jemanden, der sagte, dass der, der sich selbst erhöhe, erniedrigt werde? Die Leute aus dem Vatikan werden sich beim Endgericht auf Einiges gefasst machen müssen.
2. Verwundert das?
hansulrich47 20.07.2011
Wenn diese schrecklichen Kinder auch ständig harmlose Priester verführen, dann kann man den Unwillen des Vatikan schon verstehen! Wer bei Kindern pervers ist, ist es bei der Wahrheit auch!!
3. Es wird
jujo 20.07.2011
Zeit, daß mal von höchster Stelle eines Landes ganz undiplomatisch der Finger in die Wunde gelegt wird und das falsche Spiel der Oberpfaffen benannt wird. Ich wünschte mir gleiches mal von unserer Regierung.
4. Taeter werden durch die RKK gedeckt
werner thurner, 21.07.2011
Zitat von sysop"Abgehoben, elitär und narzisstisch": Irlands Premier Enda Kenny schimpft im Zusammenhang mit einem neuen Report auf den Vatikan. Dieser habe Kindesmissbrauch gezielt verharmlost und offizielle Untersuchungen behindert. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,775615,00.html
So geht es aus (8x hoehere Delinquenz bei sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen bei kath.Klerikern im Vergleich zu Maennern der Allgemeinbevoelkerung),wenn man den (natuerlichen) Sexualtrieb von Maennern glaubt, negieren und unterdruecken zu koennen. Auch hat der Vatikan die kath.Priester so besser im (Abhaengigkeits)Griff. Und leider wird das so bleiben, weil sich nichts andert am Denken des Vatikans, der alten Herren dort, auch bezueglich der Sexualitaet des Menschen und des Zoelibats. Wenn es noch eines Beweises fuer Verharmlosung und Taeterschutz, bzw. Abblocken von staatlicher Strafverfolgung bedurft haette, hier ist er erneut.
5. Was soll ...
wohin 21.07.2011
....man von Männern, die selbst keine Kinder haben bzw. zeugen dürfen, anderes erwarten als Empathieunfähigkeit Kindern gegenüber?
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