Kindesmissbrauch US-Bürger verklagen den Vatikan

Die Missbrauchsfälle von Kindern durch katholischer Priester in den USA erreichen den Vatikan. Zwei Amerikaner haben Klage gegen den Kirchenstaat und mehrere Diözesen eingereicht.


Petersplatz in Rom
DPA

Petersplatz in Rom

St. Petersburg (USA) - In Florida haben zwei Männer Klageschriften eingereicht, in denen dem Vatikan und mehreren katholischen Diözesen Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen wird. In der Klage heißt es, der Vatikan und die Erzdiözesen von Portland, Oregon und Chicago, sowie die Diözese von St. Petersburg hätten zwei Geistliche immer wieder über Staatsgrenzen hinweg versetzt und so vor einer Strafverfolgung geschützt.

Der 28-jährige Rick Gomez erklärte in St. Petersburg, ein katholischer Geistlicher haben ihn während seiner Zeit in einem christlichen Internat in Tampa mehrfach missbraucht. Er sei damals sieben Jahre alt gewesen. Der Priester soll heute in New Jersey tätig sein.

Weiter hieß es in der Anklage, ein Priester habe in den sechziger Jahren in Portland Minderjährige sexuell belästigt. Der Priester, der vor zehn Jahren starb, habe vor seiner Versetzung in die USA Kinder in Irland missbraucht. Der Anwalt der Kläger, Jeffrey Anderson, sagte, die Diözese in Chicago werde verklagt, weil sie den Priester nach Portland versetzt habe, nachdem Missbrauchsvorwürfe gegen ihn laut geworden seien.



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