Jüdische Kopfbedeckung Was ist eine Kippa?

In Berlin und in anderen Städten tragen Menschen an diesem Abend Kippa und protestieren - als solidarisches Zeichen gegen Antisemitismus. Für was steht die jüdische Kopfbedeckung eigentlich?

Frau mit Kippa
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Frau mit Kippa

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Die Kippa ist eine flache, kreisförmige Kopfbedeckung aus Stoff oder Leder, die meist von jüdischen Männern getragen wird. Oft sieht man sie am Hinterkopf mit Haarklammern befestigt. Kippa, im Plural "Kippot", ist das hebräische Wort für "Kappe". Im Jiddischen heißt sie "Jarmulke" oder auch "Kappel". Sie gilt als Symbol der Gottesfurcht: Dem Zentralrat der Juden zufolge ist sie "Zeichen dafür, dass Gott über dem Menschen steht".

Dementsprechend erinnert die Kippa den Träger stets an die göttliche Beobachtung. Vielen Menschen gilt die Kippa als Symbol jüdischer Identität.

Wann wird die Kippa getragen?

Sehr gläubige Juden tragen die Kippa den ganzen Tag, um zu zeigen und sich zu vergewissern, dass sie an Gott denken. In der Regel wird sie aber vor allem beim Gebet, in der Synagoge, auf jüdischen Friedhöfen oder beim Studieren religiöser Schriften aufgesetzt. Aber auch das kann heute von Mensch zu Mensch und Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich gehandhabt werden - je nachdem, wie liberal oder religiös es zugeht.

Das Tragen der Kippa ist laut Zentralrat "verpflichtender, religiöser Brauch", es gibt aber keine konkrete Vorschrift, die sich aus der Bibel ableiten lässt. Im Zweiten Buch Mose ist lediglich vorgeschrieben, dass die Priester beim Gottesdienst ihren Kopf bedecken sollen. In Deutschland ist die Kopfbedeckung in der Synagoge Usus. Dabei muss es nicht zwingend das flache Käppchen sein: Hut oder Schirmmütze können ebenfalls als Kopfbedeckung dienen.

Wer trägt Kippa?

Die Kippa wird vorwiegend von jüdischen Jungen und Männern aufgesetzt. Ultraorthodoxe Juden tragen sie unter breitkrempigen Hüten. Frauen war mindestens im Gebet vorgeschrieben, ihr Haar zu bedecken. In strenggläubigen Gemeinden tragen verheiratete Frauen deswegen auch heute noch im Alltag Kopftuch, Hut oder oft auch Perücke als Zeichen der Keuschheit und Demut. In weniger strengen Kreisen tragen Frauen Kopftuch oder Hut höchstens in der Synagoge. Das Tragen der kreisrunden Kippa ist Frauen nicht untersagt, aber es ist auch nicht üblich. Heutzutage kann man jedoch auch immer mehr Frauen jüdischen Glaubens mit einer Kippa sehen. Gewertet wird das als Zeichen der Emanzipation.

Menschen nicht-jüdischen Glaubens ist es ebenfalls nicht untersagt, eine Kippa zu tragen. Je nach Gemeinde ist das etwa in einer Synagoge oder auf einem Friedhof als Zeichen des Respekts gegenüber dem Glauben sogar erwünscht.

Was bedeuten Muster und Farben?

Kippot haben oft unterschiedliche Farben und Muster, und sie sind aus unterschiedlichem Material. Häufig lässt sich daran erkennen, welcher politischen und religiösen Richtung des Judentums der Kippa-Träger angehört.

Video: 7 Tage... unter Juden

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