Klirrendkalter Winter Deutschland zittert bei Rekord-Minusgraden

Die Bundesrepublik erlebt eine der härtesten Kältewellen, die Deutschen bibbern bei Rekord-Minustemperaturen: An einigen Orten wurden die tiefsten jemals in einem Januar gemessenen Werte erreicht. Die Aussichten sind mehr als frostig.


Köln - Der Dienstag war der kälteste Tag in Deutschland seit mehr als 20 Jahren, und die Kältewelle reißt nicht ab. Den tiefsten Wert ermittelte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Garsebach bei Meißen mit minus 24,8 Grad. Der private Wetterdienst Meteomedia meldete mit minus 26 Grad in Delitzsch nördlich von Leipzig sogar einen noch tieferen Wert. Knapp über dem Boden wurden demnach auf dem Dresdner Flughafen sogar minus 32,0 Grad gemessen.

Wintermärchen Deutschland: Der vereiste Aasee in Münster
DPA

Wintermärchen Deutschland: Der vereiste Aasee in Münster

An anderen Stationen in Ostdeutschland fielen die Thermometer dramatisch: Minus 24,5 Grad waren es in Dippoldiswalde-Reinberg und in Doberlug-Kirchhain in Brandenburg minus 24,2 Grad. Auch im Westen wurde es bitterkalt: In Lippstadt-Bökenförde wurden minus 23,2 Grad gemessen. Für Dippoldiswalde-Reinberg und Lippstadt-Bökenförde seien dies Stationsrekorde für den Monat Januar. Der tiefste jemals in Deutschland gemessene Wert wurde laut DWD am 14. Februar 1940 auf der Zugspitze mit gemessen. Damals zeigte das Thermometer frostige minus 35,6 Grad.

Große Freude über die Temperaturen dürfte bei rund 3500 Schülern im niedersächsischen Lüchow-Dannenberg herrschen, da sie mindestens einen Tag länger Ferien haben.

Das Wetter hatte am Dienstag weiterhin Auswirkungen auf den Verkehr: So gab es im Bahnverkehr vor allem im Korridor vom Ruhrgebiet über die Mittelgebirge bis nach Thüringen und Sachsen Verspätungen und auch Zugausfälle, wie ein Bahnsprecher erklärte.

Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt kam es noch zu vereinzelten Verspätungen. Ein Sprecher des Betreibers Fraport sagte auf AP-Anfrage, dies liege vor allem an verspätet landenden Flügen. Die Verspätungen seien aber nicht gravierend. Gleiches meldete der Düsseldorfer Flughafen, der wegen der massiven Schneefälle am Montag stundenlang gesperrt war.

Mehr als 200 Passagiere eines Condor-Flugs nach Havanna mussten am Montag in Frankfurt fast acht Stunden in ihrer Maschine ausharren. Statt am Vormittag sei die Maschine erst am späten Nachmittag abgeflogen, sagte ein Sprecher. Er sprach von einer "Verkettung unglücklicher Umstände" angesichts der Wetterlage. Wegen der strengen Kälte kamen liegengebliebene Autofahrer kaum noch bei den Pannenhelfern des ADAC durch. Es komme deswegen in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Ostdeutschland zu längeren Wartezeiten.

Aussichten: Im Norden "mildere" Temperaturen

Auch in der Nacht zum Mittwoch wird es kalt: Der Wetterdienst erwartet wieder für Sachsen besonders eisige Temperaturen und auch im Süden, weil dort der Himmel aufklart. So könnte es auf der Schwäbischen Alb richtig kalt werden.

Im Norden ziehen feuchtere und weniger kalten Luftmassen durch, so dass dort tagsüber auch die Null-Grad-Grenze überschritten werden kann, und gelegentlich ein paar Flocken oder Tropfen fallen.

Am Donnerstag ziehen im Norden dichtere Wolken durch, im übrigen Land bleibt es wechselnd wolkig und trocken. In der Nacht zu Freitag ist örtlich mit etwas Schnee und Eisregen zu rechnen. Für das Wochenende sagte der DWD weiter klirrende Kälte vor allem in der Nacht voraus.

jjc/AP/dpa



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