Suche nach Klopapierdieb Staatsschutz von der Rolle

Das Thüringer Landeskriminalamt hat Mitarbeiter mit einer verdeckten Kamera überwacht, weil in einer Außenstelle der Behörde Toilettenpapier geklaut wurde. Für die Auswertung der Bänder wurde mindestens ein Beamter aus dem Bereich "Staatsschutz" abgestellt.

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Wo ist das Klopapier? - Im LKA Thüringen wurde zwei Jahre zu der Problematik ermittelt
Corbis

Wo ist das Klopapier? - Im LKA Thüringen wurde zwei Jahre zu der Problematik ermittelt


Als hätte Thüringen derzeit keine andere Sorgen. Über mehrere Wochen hat die Leitung des Landeskriminalamts (LKA) seine eigenen Mitarbeiter überwacht - weil in der Außenstelle Waltersleben im Ilmkreis Klopapier geklaut wurde. Insgesamt wurde in dem Fall von November 2010 bis Februar 2012 ermittelt, wie MDR Thüringen berichtet.

In Waltersleben sind die Dezernate Organisierte Kriminalität, Wirtschaftskriminalität, Interne Ermittlungen und Staatsschutz des LKA untergebracht, eine der wichtigsten Behörden des Landes. Hier begannen auch nach der Enttarnung der Rechtsterroristen aus Jena die Ermittlungen.

Aber wie so oft in aufgeblähten Behördenapparaten gibt es auch dort profane Probleme. So sollen sich Mitarbeiterinnen der Abteilung 6 mit den Angestellten einer externen Reinigungsfirma über den hygienischen Zustand der Toiletten in die Haare bekommen haben. Daraufhin machte das Reinigungspersonal seinem Unmut Luft und zeigte den unüblich hohen Absatz an Klopapierrollen an.

Denn Toilettenpapier im LKA ist Eigentum des LKA. Selbst wenn es nur - wie in diesem Fall - zweilagig ist und von solcher Beschaffenheit, dass Mitarbeiter am liebsten eigenes von zu Hause mitbringen würden anstatt dieses nach Hause zu tragen.

LKA-Präsident Werner Jakstat leitete nach der Anzeige im November 2010 intern ein Verfahren ein. Doch seine Ermittler kamen in der Causa Klorolle nicht weiter, Jakstat schaltete die Staatsanwaltschaft Erfurt ein.

Kamera in den Toiletteneingängen?

Um dem Rollen-Dieb das Handwerk zu legen, entschied man sich nach Informationen des MDR für eine höchst raffinierte Falle: Demnach installierten Überwachungsspezialisten Anfang 2011 eine Kamera im Treppenhaus von Haus 5, unweit der Toiletten. Sie war auf einen blauen Plastiksack gerichtet, in dem die Papierrollen gelagert wurden. Die Putzfrauen hatten den Tipp gegeben, denn ihren Angaben zufolge konnte sich der Papier-Räuber nur daraus bedient haben.

Der Leiter der "Internen Ermittlungen" wies den Einsatz der Videokamera an, versteckt hinter einer Lüftungsanlage. Laut MDR wurden für den Einbau der Überwachungstechnik Beamte des Dezernats 32, Abteilung 3, herangezogen - Spezialisten, die sonst Mafiosi, Rocker oder Islamisten observieren.

Dem MDR liegen zudem interne Ermittlungsunterlagen vor, nach denen für die Auswertung der Videoaufnahmen mindestens ein Mitarbeiter des Staatsschutzes (Abteilung 2) abgestellt wurde. Ein Beamter also, der hauptberuflich Neonazis oder linke Extremisten unter die Lupe nimmt.

Doch der Dieb oder die Diebin ließ sich nicht blicken. Die Ermittler planten eine Verschärfung der Maßnahmen: Anfang April 2011 stellten sie den Antrag, auch die Toiletteneingänge mit einer versteckten Kamera überwachen zu dürfen. Doch die Staatsanwaltschaft Erfurt lehnte ab, am 5. Mai stellte sie das Verfahren ein.

Die Bänder wurden gelöscht

Drei Tage zuvor hatte LKA-Chef Jakstat allerdings ein neues Verfahren eingeleitet. Denn erneut sollen Toilettenpapierrollen auf ominösem Weg abhanden gekommen sein. Dieses Mal kam laut LKA keine versteckte Kamera mehr zum Einsatz.

Nach Angaben des MDR hatte es bereits im Februar 2011 eine Prüfung des Vorgangs durch die Rechtsabteilung des LKA gegeben. Diese habe die Maßnahme kritisiert und als rechtlich problematisch eingestuft, da es weder eine richterliche Anordnung dafür gegeben habe noch der Datenschutz geprüft worden sei.

"Der Personalrat und die betroffenen Mitarbeiter wurden nachträglich von der Maßnahme informiert. Es wurden bei der Aufzeichnung keine Daten von Mitarbeitern erhoben. Es gab keine datenschutzrechtliche Prüfung vor der Maßnahme", teilte das LKA dem MDR mit. Ausdrücklich festzuhalten sei, dass "im Zugangsbereich vor den Toiletten keine Kameras" installiert wurden. Gleiches gelte auch für den Bereich der Toiletten selbst. "Ein entsprechender Ansatz wurde nie in Erwägung gezogen und hätte auch keine verfahrensrelevanten Erkenntnisse bringen können." Da auf den Bändern kein Diebstahl zu sehen gewesen sei, habe man sie inzwischen wieder gelöscht.

Die Ermittlungen wurden nach knapp zwei Jahren im Februar 2012 eingestellt. Der Klorollen-Dieb ist noch immer flüchtig. Über sachdienliche Hinweise würde sich das LKA sicher freuen.

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Seite 1
viceman 20.09.2012
1. in deutschlands "sicherheitsbehörden" regiert
Zitat von sysopCorbisDas Thüringer Landeskriminalamt hat Mitarbeiter mit einer verdeckten Kamera überwacht, weil in einer Außenstelle der Behörde Toilettenpapier geklaut wurde. Für die Auswertung der Bänder wurde mindestens ein Beamter aus dem Bereich "Staatsschutz" abgestellt. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,856963,00.html
der irrsinn. nicht nur, daß das neonazitrio lange jahre mordend durch land reiste, die ermittler suchten lange zeit eine frau, die aber nur die dna-probestäbchen kontamioniert hatte! und nun zu blöd einen klopapierdieb zu fangen, trotz überwachungstechnik. die wirklich kriminellen haben es leicht in diesem land, der finanzminister ( vormals innenminister ) rennt mit 100.000 DM schwarzgeld im koffer durch die landen usw usw
airwick 20.09.2012
2. optional
Ha ha ha, das muss man verstehen: Die Sicherheit ist ernsthaft bedroht, denn was wäre, wenn unser Staat unter Klopapierknappheit leiden würde! ^^
ctwalt 20.09.2012
3. Ich spare mir mal die Beleidigungen
aber das passt zu Deutschland!!! Ultrabürokratie zur Aufdeckung von Klopapierrrollendiebstahl, dabei hat die ganze Recherche und Überwachung sicherlich ein Vielfaches der Schadensumme gekostet. Anstatt ein rechtsradikales Mördertrio zu verfolgen, befasst man sich lieber mit solchen peanuts. Falschverstandene Eitelkeit, Selbstherrlichkeit und Selbstüberschätzung auf Staatskosten. Einfach nur peinlich, am Besten alle Initiatoren rauswerfen!
jujo 20.09.2012
4. ....
Zitat von sysopCorbisDas Thüringer Landeskriminalamt hat Mitarbeiter mit einer verdeckten Kamera überwacht, weil in einer Außenstelle der Behörde Toilettenpapier geklaut wurde. Für die Auswertung der Bänder wurde mindestens ein Beamter aus dem Bereich "Staatsschutz" abgestellt. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,856963,00.html
Da gab es schon immer! In den sechzigern fuhren wir mit dem Shuttle der Werft in B´haven zum Werfttor. Der Kapitän war auch dabei mit Koffer, er wohnte am Ort, der Zöllner bat ihn den zu öffnen, der Gute druckste herum, ob das denn sein müsse, er sei doch Kapitän. Zöllner Augenbraue hoch und bestand darauf, Im geöffnten Koffer befand sich Toilettenpapier. Zöllner Lachanfall und bemerkte frohe Verrichtung!
herr_kowalski 20.09.2012
5. Ne, das ist kein Irrsinn wie der geneigte SPON-Forist
Zitat von sysopCorbisDas Thüringer Landeskriminalamt hat Mitarbeiter mit einer verdeckten Kamera überwacht, weil in einer Außenstelle der Behörde Toilettenpapier geklaut wurde. Für die Auswertung der Bänder wurde mindestens ein Beamter aus dem Bereich "Staatsschutz" abgestellt. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,856963,00.html
jetzt denken mag, das ist reality pure. Vielleicht hat einer der völlisch überlasteten LKA - Mitarbeiter damit seine Rennpappe geschmirgelt vor der Neulackierung mit Quast und Latex-Fassadenfarbe von Obi. Himmel, in was für einem Affenstall leben wir mittlerweile in Deutschland ???
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