Überfall auf Geldtransporter am Flughafen Köln "Auf den Boden, auf den Boden!"

Bei einem Überfall auf einen Geldtransporter wurde in Köln ein Wachmann angeschossen. Er schwebt inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr. Ein Video zeigt die Räuber bei der Flucht.

DPA/RP-ONLINE

Zwei maskierte Täter haben am Flughafen Köln/Bonn einen Geldtransporter überfallen und einen Wachmann schwer verletzt. Die Räuber hatten den Transporter am Busterminal im Flughafen Köln/Bonn gegen 9.10 Uhr gestoppt.

Jemand rief laut Polizeisprecher: "Auf den Boden, auf den Boden!" Es fielen Schüsse. Einer traf den Wachmann in den Oberschenkel. Der Mann befindet sich laut Polizei nicht mehr in Lebensgefahr.

Anschließend flüchteten die Maskierten vom Flughafen aus mit einem Koffer in einem dunkelblauen Audi. Im Kölner Stadtteil Porz setzten sie den Wagen in Brand. In dem Autowrack entdeckten Ermittler später ein Kalaschnikow-Sturmgewehr, laut Polizei könnte es die Tatwaffe gewesen sein.

Ob die Männer bei dem Überfall tatsächlich Geld erbeutet haben, ist noch unklar. Die Polizei forderte Augenzeugen via Twitter auf, sich zu melden.

Etwa zwei Stunden nach dem Überfall untersuchten Ermittler den dunkelblauen Geldtransporter mit Essener Kennzeichen und geöffneten Hintertüren. Der Tatort befindet sich im unteren Teil des Terminals, wo Fernbusse abfahren und Taxen halten. Der Busterminal blieb während der Spurensicherung gesperrt.

"Wir haben auf einmal einen lauten Knall gehört", sagte der Mitarbeiter eines Busunternehmens, das im Terminal einen Stand hat. Er habe ein dunkles Auto bemerkt, das mit offenem Kofferraumdeckel zügig weggefahren sei. Von der Szene gibt es auch ein Video.

Es zeigt die zwei maskierten Männer beim Versuch, den Koffer in den Kofferraum des Audis zu wuchten. Nachdem dieser nur auf die Rückbank passt, fahren die Räuber schließlich davon.

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Die Tat erinnert an einen Überfall in Köln vor fast genau einem Jahr. Damals hatten Unbekannte im Alter zwischen 30 und 40 Jahren einen Geldtransporter auf dem Parkplatz eines Ikea-Kaufhauses in Köln-Godorf ausgeraubt.

Einer der Täter hatte einen Geldboten mit einer Waffe bedroht, während der andere mit laufendem Motor im Fluchtauto wartete. Ähnlich wie bei dem aktuellen Fall verschwanden die Räuber unerkannt. Wenig später wurde ihr Wagen brennend auf einem Feld in der Nähe entdeckt.

Laut Zeugenaussagen flüchteten die Täter damals zu Fuß. Zur Höhe des erbeuteten Geldes machte die Polizei keine Angaben. Die Ermittler prüften damals Parallelen zu Raubüberfällen, die drei untergetauchten Ex-RAF-Terroristen Ernst-Volker Staub, Daniela Klette und Burkhard Garweg zur Last gelegt werden. Im aktuellen Fall wird ein möglicher Zusammenhang noch geprüft.

Zahl der Überfälle auf Geldtransporter gesunken

Fahrten von Geldtransportern werden laut Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW) in der Regel von drei Wachleuten begleitet. Dazu gehören ein Fahrer, ein Geldbote und ein Mitarbeiter, der den Boten bei der Geldübergabe absichert.

Überfälle auf Geldtransporter kamen in den vergangenen Jahren nur noch selten vor. Für 2017 listet die BDGW sechs Überfälle mit und ohne Beute auf, 2018 seien es ähnlich viele Taten gewesen, sagte eine Sprecherin des BDGW. Die Sprecherin führt den Rückgang auf erhöhte Sicherheitsanforderungen und bessere Technik zurück - wie etwa die GPS-Überwachung der Fahrzeuge.

ala/fek/dpa



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