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Ermittlungen in Köln: Mann legt Feuer vor Zentralmoschee

Zentralmoschee in Köln: 31-Jähriger verübt Brandanschlag Zur Großansicht
DPA

Zentralmoschee in Köln: 31-Jähriger verübt Brandanschlag

Ein 31-Jähriger hat vor der Kölner Zentralmoschee Feuer gelegt. Verletzt wurde niemand, der Eingang des Gebetshauses wurde beschädigt. Die Polizei vermutet, dass der Mann für weitere Brandanschläge auf Moscheen verantwortlich sein könnte.

Köln - Gegen 9.15 Uhr soll in Köln-Ehrenfeld ein Mann mit einem schwarzen BMW vor der Zentralmoschee vorgefahren sein. Der Polizei zufolge legte er mehrere Gegenstände vor der Eingangstür der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) ab und zündete sie an - darunter auch einen Schulranzen. Die gläserne Eingangstür wurde beschädigt, die Feuerwehr musste aber nicht eingreifen. Laut Polizei war unklar, ob sich zum Tatzeitpunkt Menschen in dem Gebäude aufhielten.

Augenzeugen hatten den Mann beobachtet und die Polizei alarmiert. Der mutmaßliche Täter fuhr mit seinem Auto davon, wurde aber noch in der Nähe der Moschee festgenommen. Wie der "Kölner Stadtanzeiger" berichtet, war bereits am Sonntagabend das Tor zur Tiefgarage der Moschee von Unbekannten demoliert worden.

Über das Motiv des 31-Jährigen ist nichts bekannt. Er wird verdächtigt, bereits in der Nacht zuvor Sachbeschädigungen an zwei Moscheen in der Nähe von Köln verübt zu haben. Dabei handelt es such um Moscheen in Hürth und Wesseling. Alle drei gehören zur Türkisch-Islamischen Union Ditib. Der größte muslimische Dachverband in Deutschland verurteilte die Übergriffe.

"Wie ein Brandanschlag auf den Kölner Dom"

Die Große Moschee in Ehrenfeld wird derzeit neu gebaut, sie soll im Laufe dieses Jahres offiziell eingeweiht werden. Seit 2011 gibt es einen provisorischen Gebetssaal, außerdem hat die Ditib dort ihren Hauptsitz samt Gemeindezentrum. Der 2009 begonnene Bau der Moschee war lange umstritten. Immer wieder protestierten Islamgegner gegen die Errichtung.

Ehrenfelds Bezirksbürgermeister Josef Wirges zeigte sich entsetzt über den Vorfall: "Ich finde es im höchsten Maße verwerflich, wenn jemand versucht, ein Gotteshaus in Brand zu stecken", sagte er der Internetzeitung "report-k.de". "Ich bin erschüttert, dass wir so weit gekommen sind. Es ist genauso, als würde jemand einen Brandanschlag auf den Kölner Dom verüben."

Der Grünen-Innenexperte Volker Beck zeigte sich von dem Vorfall schockiert. "Diese Tat ist allem Anschein nach eine islamfeindliche Hasstat", erklärte er in Berlin. Damit gehe die Saat auf, die von entsprechenden Gruppierungen wie der Organisation Pro Köln sowie einschlägigen Internetportalen gesät worden sei. Nun sei Solidarität mit der Ditib gefordert.

gam/ala/dpa/AFP

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