Sicherheit an Karneval Köln will Security Point für Frauen einrichten

Nach den Übergriffen an Silvester will Köln 360.000 Euro ausgeben, um Frauen an Karneval besser zu schützen. Der Stadtdirektor spricht von einer Bewährungsprobe.

Karnevalsbeginn am 11.11.2015: Mehr Sicherheit für Frauen
DPA

Karnevalsbeginn am 11.11.2015: Mehr Sicherheit für Frauen


Nach den Übergriffen zu Silvester will Köln an Karneval dunkle Ecken ausleuchten und für Frauen eine Anlaufstelle im Getümmel schaffen. Es werde in der Innenstadt einen Security Point geben, sagte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Christine Kronenberg, bei der ersten Präsentation eines Sicherheitskonzepts. An dem Anlaufpunkt sollen unter anderem Sozialarbeiterinnen und Psychologinnen zur Verfügung stehen.

Die Stadt erklärte den Höhepunkt der fünften Jahreszeit zugleich zur Nagelprobe. "Wir sind uns darüber im Klaren, dass diese Karnevalstage für uns die Bewährungsprobe darstellen, um zu zeigen, dass wir aus den furchtbaren Ereignissen an Silvester die Konsequenzen gezogen haben", sagte Stadtdirektor Guido Kahlen.

Ein Bestandteil des Konzepts sind mobile Beleuchtungsmasten, um dunkle und gefährliche Ecken aufzuhellen. Zusammen mit zusätzlichen Toiletten und Absperrungen plant die Stadt dafür bislang 160.000 Euro ein. Insgesamt sollen nach einem ersten Entwurf rund 360.000 Euro zusätzlich für die Sicherheit an Karneval ausgegeben werden.

Einer der wichtigsten Punkte in dem Plan ist eine stärkere Präsenz der Ordnungsdienste. Für einen zusätzlichen Sicherheitsdienst sind 9000 Euro veranschlagt. Die Kölner Berufsfeuerwehr will ihr Personal auch mit Ehrenamtlichen auf rund 850 Leute aufstocken.

Es gehe darum, auch an Orten mit großen Besuchermassen vertreten zu sein und dort Präsenz zu zeigen, "wo möglicherweise auch soziale Kontrolle in dem notwendigen Maß nicht stattfinden kann", sagte Kahlen.

Vor wenigen Tagen hatte die Polizei in Mainz ein Sicherheitskonzept für Karneval vorgestellt. Es sieht unter anderem Rückzugsräume für Frauen in öffentlichen Gebäuden rund um die Zugstrecke vor, in denen sich Polizisten aufhalten.

sms/dpa

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insgesamt 25 Beiträge
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Seite 1
arrache-coeur 25.01.2016
1.
'Es werde in der Innenstadt einen "Security Point" geben' - Den die eingekreisten Frauen leider erst nach vollendetem Verbrechen erreichen können. Super:-( Viel Aktionismus für ein seit Jahren bestehendes und bisher totgeschwiegenes Problem.
Freidenker10 25.01.2016
2.
Schöne neue Welt! Aber wer konnte das schon ahnen, oder?
puby 25.01.2016
3. Vielleicht mal
bei den Bodyguards vom Tahirplatz nachfragen, wie man so etwas effektiv und günstig regelt, die machen das jetzt schon ein paar Jahre und unsere BFE und USK Einheiten sollten dafür bestens geeignet sein.
taglöhner 25.01.2016
4. Tusch
Schützen? Sozialarbeiterinnen und Psychologinnen? Gleichstellungsbeauftragte? Alaaf!
thurox 25.01.2016
5.
Prävention sollte die Priorität sein bei solchen Taten anstatt Stellen bei denen Opfer betreut werden nachdem Straftaten geschehen sind. Wenn man den Sicherheitsapperat bei solchen Veranstaltungen auf ein Maximum auffährt zum Beispiel durch Hinzuziehung der Bundeswehr, kann man die Täter auch festnehmen und einsperren/ abschieben. Ganz ehrlich bei solchen Schwachsinnsideen wie diesen Servicepoints braucht sich kein Mensch mehr zu wundern warum in Deutschland immer mehr nach rechts driftet und wir bald eine braune Suppe in der Regierung haben.
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