"König von St. Pauli" Willi Bartels ist tot

In den Sechzigern baute er das modernste Bordell Europas auf der Hamburger Reeperbahn, sein Vermögen machte er mit Immobilien: Nun ist Willi Bartels, der als "König von St. Pauli" Karriere machte, im Alter von 92 Jahren gestorben.


Hamburg - Sein Leben war turbulent, sein Tod friedlich: Willi Bartels ist heute in einem Hamburger Krankenhaus gestorben. Er sei am Morgen in eine Klinik gebracht worden, weil er sich nicht wohl fühlte, teilte ein Sprecher der Familie mit. Bartels sei dort am Vormittag "friedlich eingeschlafen". Er wurde 92 Jahre alt.

Unternehmer Bartels: Im Alter von 92 Jahren gestorben
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Unternehmer Bartels: Im Alter von 92 Jahren gestorben

Bartels hatte sich bundesweit einen Namen gemacht, als er 1967 mit dem Eros-Center auf der Reeperbahn in St. Pauli das damals modernste Bordell Europas baute. Das letzte große Projekt des in Bad Harzburg geborenen Bartels war die Bebauung des ehemaligen Bavaria-Brauereigeländes in St. Pauli mit einem Hotel, Büros und Wohnungen. Er selbst zog im Dezember 2006 aus dem noblen Blankenese zurück auf den Kiez. "Ich bin auf St. Pauli groß geworden und möchte hier meinen Lebensabend verbringen", sagte Bartels damals einer Zeitung.

Der gelernte Schlachter machte im Jahr 1929 in dem von seinem Vater gekauften Nachtlokal "Jungmühle" an der Großen Freiheit erste Bekanntschaft mit dem Immobilien- und Vergnügungsgeschäft. 1937 wurde er Geschäftsführer im "Tanzpalast", hielt sich aus Rotlichtgeschäften aber raus und machte nach dem Krieg sein Vermögen mit Immobilien. "Sparsamkeit, Fleiß, Disziplin und die Familie", sagte Bartels, seien die Grundlage des Erfolgs.

Corny Littmann, Chef des Schmidt Theater und Präsident des FC St. Pauli, würdigte Bartels als große Persönlichkeit: "Willi Bartels war jemand, bei dem ein einmal gegebenes Wort galt, der ein Herz für Menschen hatte, die in Not geraten waren, und auch uns in manch schweren Zeiten immer helfend zur Seite stand."

ffr/dpa



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