Kohlenmonoxidvergiftung Im Keller gegrillt - acht Menschen schwer verletzt

Sie wollten sich einen schönen Abend machen und waren sich keiner Gefahr bewusst: Acht Menschen haben sich beim Grillen in einem Bremer Keller vergiftet, darunter drei Kinder.

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Bei einem Grillabend im Keller eines Wohnhauses in Bremen sind acht Menschen teils lebensgefährlich verletzt worden. Unter ihnen waren auch drei Kinder. Sie erlitten Kohlenmonoxidvergiftungen, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. "Das ist ein akut lebensbedrohlicher Zustand."

Die Gefahr sei ihnen nicht bewusst gewesen. Einer der Betroffenen habe die Behandlung dennoch auch nach Aufklärung durch die Rettungskräfte verweigert.

Die sieben übrigen Betroffenen wurden zur Behandlung in Kliniken gebracht, unter anderem in eine Spezialklinik nach Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt. Die Gruppe habe den Rettungsdienst benachrichtigt, nachdem einer der Beteiligten einen Krampfanfall erlitt, teilte die Feuerwehr mit.

CO-Warngeräte, die Rettungskräfte als Teil der Standardausrüstung bei sich tragen, hätten sofort nach dem Eintreffen Alarm ausgelöst, hieß es. Etwa 60 Rettungskräfte waren an dem Einsatz beteiligt.

In einem Jahr mehr als 600 Todesfälle durch Kohlenmonoxid

Die Verletzten hatten noch Glück: Im Jahr 2015 sterben in Deutschland mehr als 600 Menschen an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Das Gas entsteht, wenn Kohlenwasserstoffe aus etwa Kohle, Gas oder Benzin nicht vollständig verbrennen. Aus diesem Grund ist es lebensgefährlich, in geschlossenen Räumen zu grillen - selbst wenn Fenster oder Türen geöffnet sind.

Kohlenmonoxid bindet bis zu 300-mal stärker als Sauerstoff an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Bei einer Vergiftung kommt es dadurch zu einem massiven Sauerstoffmangel im Körper. Zu den Folgen zählen je nach Konzentration Kopfschmerzen, Herzrasen, Übelkeit, Halluzinationen, Apathie, Krampfanfälle, Atemnot und im schlimmsten Fall der Tod.

Da das Gas farb-, geruch- und geschmacklos ist, kann es - anders als etwa Rauch - nicht wahrgenommen werden. Hinzu kommt, dass bei hohen Konzentrationen das Zeitfenster zwischen den ersten spürbaren Symptomen und dem Verlust des Bewusstseins sehr kurz ist. Aus diesem Grund wird Kohlenmonoxid auch als "silent killer" bezeichnet.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version der Meldung war die Zahl der Todesfälle durch Kohlenmonoxid in Deutschland zu niedrig angegeben. Wir haben den Fehler korrigiert.

irb/dpa



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